Blutegel verzeichnen ein bemerkenswertes Comeback in der Medizin. Ende Oktober ist eine internationale Konferenz in Charleston (South Carolina) ihrem therapeutischen Einsatz gewidmet. Des Egels segensreiches Saugen soll nicht nur Schwellungen durch Flüssigkeitsentzug und Gerinnungsstörungen verhindern, sein Speichel soll sogar Antibiotika enthalten und durch ein Anästhetikum Schmerzen lindern.

Aidsinfizierte Mütter geben lediglich in fünfzehn bis zwanzig Prozent der Geburt das Virus weiter an ihr Baby. Lange Zeit ging man davon aus, daß die Ansteckungsrate wesentlich höher liege. Die neuen, niedrigen Zahlen beruhen auf Langzeituntersuchungen an 600 HIV-positiven Müttern und ihren Kindern in zehn europäischen Städten. Die geringe Quote läßt sich wahrscheinlich dadurch erklären, daß in früheren Untersuciungen Babys fälschlich als positiv in den Aidstests auffielen: Von ihren Müttern waren zwar Antikörper gegen das Virus, aber nicht Erreger selbst auf sie übergegangen. Ärzte müssen bei den üblichen Tests mindestens achtzehn Monate warten, bis die mütterlichen Antikörper im Blut der Kinder verschwunden sind. Unklar bleibt, ob die niedrige Übertragungsrate auch für Frauen in der Dritten Welt gilt. Möglicherweise erhöhen Geschlechtskrankheiten und ausgeprägte Aidssymptome auch bei der Geburt das Infektionsrisiko. Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet, daß bis zum Jahr 2000 mehr als zehn Millionen Kinder HlV-infiziert sein werden. Nur jedes zehnte ist nach zwei Jahren noch am Leben.

Eine Karte des menschlichen Genoms veröffentlichte die Zeitschrift Science in ihrer Ausgabe vom 12. Oktober. Die farbige, ausfaltbare Karte von Plakatgröße zeigt für alle 24 Chromosomen die wichtigsten bereits lokalisierten Gene und schlüsselt für die einzelnen Abschnitte auf, wie weit sie bereits untersucht wurden.

Gegen Nashorn-Wilderer ist der südafrikanischen Polizei ein wichtiger Schlag gelungen. Sie verhaftete kürzlich drei Taiwaner und stellte dabei 110 Hörner mit einem Schwarzmarktwert von mehr als 2,5 Millionen Dollar sicher (New Scientist, 13. Oktober, S. 14). Vom schwarzen Nashorn leben noch etwa 3500 Tiere. Die erbeuteten Hörner repräsentierten fast drei Prozent der verbliebenen Population. Die Nachfrage nach diesem Mittel der traditionellen chinesischen Medizin scheint ungebrochen zu sein. HST