Im Juli kaufte der französische Unternehmer Bernard Tapie die Kapitalmehrheit bei dem Sportarti-Kapitalmehrheit adidas AG – jetzt zeigen sich ernste Spannungen zwischen dem französischen Wirtschaftswunderkind und dem adidas-Management unter der Führung von René Jäggi. Denn Tapie tut sich offenbar schwer, die 300 Millionen Mark aufzutreiben, die er dem fränkischen Unternehmen als Kapitalerhöhung für seine Sanierung zugesagt hatte.

Führende Manager des Unternehmens argwöhnen nun, daß Tapie wesentliche Teile des Unternehmens verkaufen will. "Es geht nun in die andere Richtung", meint ein adidas-Mann. "Es wird nicht aufgebaut und weitergeführt, was wir vorgesehen hatten, sondern es wird zerschlagen und zertrümmert."

Von den Unstimmigkeiten zwischen Hauptaktionär und Vorstand profitiert gegenwärtig die Konkurrenz. Vor allem die Wettbewerber Puma AG, Reebok oder Nike nutzen die Gunst der Stunde und werben erfolgreich frustrierte Führungskräfte von adidas ab. Außerdem werden die adidas-Hausbanken langsam unruhig, die mit der Kürzung der Kreditlinien drohen, wenn Tapie nicht bald die zugesagten Mittel zur Kapitalerhöhung bereitstellt.

Am kommenden Montag wird Tapie, der seit seinem Einstieg in die fränkische Traditionsfirma noch nicht in Herzogenaurach war, allerdings für eine Überraschung sorgen: Als Mann seines Vertrauens will er Hans Friderichs als Aufsichtsratsvorsitzenden von adidas vorschlagen, den Ex-Bundeswirtschaftsminister, der später Chef der Dresdner Bank war und heute der Airbus Industrie als Aufsichtsratsvorsitzender dient.

Vor zwei Jahren war den Ministerpräsidenten der Länder ihre Zeit nicht zu schade, um auf zahlreichen Sitzungen darüber zu streiten, ob die Rundfunkgebühren um ein paar Groschen mehr oder weniger angehoben werden sollten. Vor allem Unionspolitiker taten sich während der Auseinandersetzung gerne als Anwälte der Gebührenzahler in der Öffentlichkeit hervor. Vehement wetterten sie ganz generell gegen die "Zwangsabgabe", einige forderten gar zum Zahlungsboykott auf.

Beim Gerangel um die Neuordnung der deutschen Rundfunklandschaft nach der Einigung spielen die Interessen der Gebührenzahler nun plötzlich überhaupt keine Rolle mehr. Eilfertig nämlich akzeptieren die unionsgeführten Länder den Wunsch von ZDF-Intendant Dieter Stolte nach einem ZDF-eigenen nationalen Hörfunkprogramm. Dies sei, so hat der Mainzer erkannt, unter anderem zwingend nötig für die Ausbildung des Journalistennachwuchses. ARD-Intendant Hartwig Keim vermutet ganz andere Motive. Er sieht bei der öffentlichrechtlichen Konkurrenz einen "natürlichen Trieb zum Machtzuwachs". Bislang nämlich war Hörfunk ausschließlich Sache der ARD. Das stört die Christdemokraten jedoch offenbar ebensowenig wie die finanziellen Folgen ihres politischen Ansinnens.

Der Aufbau eines ZDF-Hörfunksenders würde viele Millionen Mark kosten. Um aber die privaten Hörfunkanbieter nicht zu verprellen, soll das Programm werbefrei bleiben. Das Geld für den Zusatzsender müßten die Gebührenzahler aufbringen – ob sie wollen oder nicht.