Ich bin gestern dermaßen mit Klugheiten zugeschüttet worden. Mal sehen, ob ich das so wiedergeben kann, daß man was davon hat. Im Literaturhaus Hamburg hatte mein Freund Bernd Rauschenbach, Herauschgeber des Rausch-RABEn (Wenn Sie sich sehr beeilen, hat ihr Buchhändler vielleicht noch 40 Exemplare für Sie), Erster Sekretär der Arno-Schmidt-Stiftung und myopischer Zecher, ein Referat angekündigt: „Arno Schmidt und Design“.

„Na“, dachte ich, „Etikettenschwindel“, dachte ich. „Die Pusche“, dachte ich, „im Wandel der Zeiten“, dachte ich, „unter besonderer Berücksichtigung der dunkelbraunen Blechschließe. So was kennt man ja.“

Nichts kennt man.

Es ist viel schlimmer.

Und fing natürlich mit einem Hörfehler an. Ohne Hörfehler gäbe es keine Sprachen. Nichts gegen Hörfehler. Ohne Hörfehler hieße der Fels des Nordens, der Dschebel al-Tarik, nicht Gibraltar; ohne Hörfehler hieße Sherry nicht Sherry; ohne Hörfehler gäbe es keine Affäre Dreyfus, sondern bestenfalls eine Affäre Trier, und ohne Hörfehler hätte der Elefant von Sulawesi hinten nichts Gelebes. Und es gäbe keine Hamburger Aalsuppe.

„Arno Schmidt und die Seinen?“ fragte man unter müder Mäzenatenbraue hervor.

„Genau: Arno Schmidt und Design!“ erwärmte sich Bernd Rauschenbach.