Mindestens 1400 Beschäftigte bei der Daimler-Tochter MBB, 1000 bei Rheinmetall. .. Schon bald wird das nächste Rüstungsunternehmen einen massiven Stellenabbau ankündigen, weil die Geschäfte mit Panzern, Kanonen oder Kampfflugzeugen nur noch mäßig gehen. Nichts ist für diese Branche so bedrohlich wie der Frieden. Wenn es nun der wehrtechnischen Industrie, wie sich die Branche gerne nennt, im Zeichen der ost-westlichen Abrüstung weniger gutgeht als in den Jahrzehnten des Kalten Krieges, ist das kein Grund zur Traurigkeit – wohl aber zur Sorge.

Ausgerechnet dieses Gewerbe hat in all den Jahren des Säbelrasselns geradezu unanständig am Geschäft mit dem Staat und seinen Militärs verdient, denen die Kampfjets, Raketen oder Gewehre meist gar nicht teuer genug sein konnten. Leider aber gibt es auch in diesem Wirtschaftszweig Menschen, die nun durch die Entspannung ihren Arbeitsplatz verlieren. Sie bezahlen dafür, daß sie sich auf Arbeitgeber verließen, die es lange für das einfachste hielten, auf den Staat als todsicheren Abnehmer zu bauen.

Jetzt müssen sogar die Hardliner der Branche zur Kenntnis nehmen, daß es mit ihren Armee-Aufträgen nicht mehr so bequem weitergeht wie bisher, und sich Gedanken über die Zukunft ihrer Firmen machen. Doch vermutlich wird so mancher Rüstungsindustrielle schon bald erklären, wie er sich die Rettung seiner Fabriken vorstellt – ganz einfach mit Hilfe staatlicher Aufträge,