Immer wenn es um Deutschland geht, soll es möglichst hymnisch werden. Die Einheit ist vollzogen. Die Frage des Regierungssitzes ist vertagt. Nun wenden sich vielerorts Menschen der Frage zu, wie – denn es muß wohl sein! – Deutschland künftig besungen werden soll. Auch die Europäische Management- und Marketing – Agentur (EMMA) geht an das hymnische Werk.

„Wir haben“, sagt Direktionsassistent Dr. Günter P., „in der letzten Sitzung völlige Einigkeit erzielt, daß wir an der Haydn-Melodie des Deutschlandliedes festhalten. Aber der Text muß modernisiert werden. Wir wollen von Deutschland singen, wie es wirklich ist! Ich bitte, die Texte anzustimmen.“

„Ich kann nicht singen“, sagt Kollege L.

„Warum denn nicht?“

„Ich habe meine Stimme bei den Wahlen abgegeben.“

Die Runde seufzt. Man kennt die Kalauer des Kollegen L. von der Saar.

Statt seiner stimmen Kollege M. und Kollegin S. munter ihren neuen, wirtschaftspolitisch akzentuierten deutschen Nationaltext an: