Von Gunter Hofmann

Bonn, im Dezember

Dramatisch muß man es schon nennen, wie die Opposition bei den Wahlen an den Rand gedrängt worden ist. Es handelt sich ja nicht nur um den Verlust einiger Prozente an Wählerstimmen, sondern um einen Einschnitt in Rolle und Selbstverständnis der Opposition überhaupt.

Die Grünen, die von der Oppositionsrolle mehr getragen hatten, als es ihrer Größe entspricht, packen die Koffer und entwickeln Sozialpläne. Nach zwei Legislaturperioden sind sie im Westen bei mageren 3,9 Prozent hängengeblieben.

Der Rückzug von Oskar Lafontaine ins Saarland und die Ankündigung Hans-Jochen Vogels, im Mai den Parteivorsitz niederzulegen, den auch Lafontaine nicht übernehmen will – das drückt mehr aus als bloße Unlust oder Resignation.

I.

Vermutlich ist der Anteil recht hoch einzuschätzen, den Willy Brandt daran hat, daß der Unmut sich am Abend nach der Wahl entlud. Für ein Scherbengericht gebe es keinen Anlaß, versicherte er zwar im Vorstand. Aber eine Art Scherbengericht wurde dann doch daraus.