Bäume seien Umweltverschmutzer, weil sie so viel Ozon abgeben, klagte einst Präsident Ronald Reagan. Jedes Kind weiß hier zu kontern: viele Bäume – gute Luft. Schwerer tut sich da der Sauerstoff verbrauchende und Müll produzierende Homo sapiens, seine Umweltverträglichkeit nachzuweisen. Vor allem, wenn er Ausländer ist.

„Die hohe Bevölkerungsdichte in der Bundesrepublik Deutschland und die hieraus resultierenden Umweltbelastungen gebieten es, den Zuzug von Ausländern zu begrenzen“ – so erläuterte jetzt die Wiesbadener Ausländerbehörde ihre Weigerung, einem Iraner die Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern. Viele Ausländer – schlechte Luft? Erst neulich hatte sich das Düsseldorfer Verwaltungsgericht unter Berufung auf das Baunutzungsrecht dagegen ausgesprochen, Asylbewerber in „reinen Wohngebieten“ unterzubringen. Von Asylunterkünften gingen „Emissionen“ aus, gegen die den Anliegern ein „nachbarrechtliches Abwehrrecht“ zustehe, wurde argumentiert. Viele Asylbewerber – dicke Luft?

Eines ist sicher: Derartige Sprüche stinken gen Himmel. dax