Waschen und Kultur

Ach, auch heute funktionierte wieder der Handtuchspender auf der Herrentoilette nicht. Da kommt die CWS Presse-Information – press release – Service de presse aus D-6368 Bad Vilbel wie gerufen. „Handtuchspender im Visier: Was ist neu am neuen UNO/DUO?“

Noch ganz die doch etwas klobigen, kantigen Kästen vor meinem geistigen Auge, erscheint mir der neue UNO zierlich, mit weichen, fließenden Linien. Tatsächlich beansprucht er ein Drittel weniger Wandfläche als die alten Geräte. Das hat natürlich Vorteile in kleinen, engen Toiletten... Man muß kein Handtuchexperte sein, um zu sehen, daß auch innen alles anders ist als früher. Die saubere Rolle liegt oben, wo sie auch hingehört, die benutzte wickelt sich darunter auf.

Was mit den gebrauchten Handtüchern geschieht, wollte ich noch wissen. Da hat sich offensichtlich nichts geändert. Zu irgendeinem festgelegten Termin, die Häufigkeit richtet sich nach dem Bedarf“ (bei Ferkeln seltener), „kommt der weiße Servicewagen des CWS Hauslieferdienstes vorgefahren, nimmt die benutzten Handtuchrollen mit und läßt frisch gewaschene da. Ich beginne, meine inzwischen auch so getrockneten Hände an dem blitzsauberen weißen Baumwolltuch abzureiben, eingedenk der Tatsache, daß Professor Eyer vom Max-vom-Pettenkofer-Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie auf die Notwendigkeit der Nachreinigung nach dem Waschen hingewiesen hat...“ – Genug, genug. Wir ahnten nicht, daß Händeabtrocknen so anstrengend sein kann.

Mensch gleich Emission

Von Menschen und Untermenschen gibt es hierzulande wieder Geschichten zu erzählen. Eine davon spielte sich jetzt in Düsseldorf ab. Dort hatten sich vor dem Verwaltungsgericht Einwohner aus Wuppertal-Ronsdorf zusammengefunden, um Klage zu führen. Erst hatten sie die Nachbarschaft einer Sonderschule hinnehmen müssen. Nun aber sollte dieses inzwischen leerstehende Gebäude zu einer Asylantenunterkunft werden! Sie standen vor einem verständnisvollen Richter. Der sah im Gesetzbuch nach und erkannte auf Emissionsschutz: „Die von Asylunterkünften ausgehenden Emissionen, insbesondere die Geräuschentwicklung“, dann das in Übergangsheimen verborgene „Konfliktpotential rekrutierend aus der Zusammensetzung des Personenkreises“, das durch die „widrigen Lebensumstände noch erhöht wird und sich in Auseinandersetzungen verbunden mit Lärm entladen“ könne. So sprach der Richter und erkannte auf ein „nachbarliches Abwehrrecht“ (Aktenzeichen 13 L 586/90). Sehen wir noch einmal im Fremdwörter-Duden nach: „Emission – das Ausströmen luftverunreinigender Stoffe in die Außenluft; Luftverunreinigung“. Kann man darüber noch eine Glosse schreiben? Dieser Mann müßte an weiteren Verunreinigungen der deutschen Rechtsprechung gehindert und aus dem Amt eines Richters entlassen werden.