Dossier

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DIE ZEIT

Abgründig

Eine Guerilla-Gruppe legt im März die Waffen nieder, formt sich zu einer Partei um und erringt im Dezember bei den Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung die relative Mehrheit: Kolumbien ist immer für Überraschungen gut, für gute wie schlechte.

Kompromiß gesucht

Wenn nicht alle Zeichen trügen, kann ein Krieg am Golf doch noch abgewendet werden. Am kommenden Montag will George Bush den irakischen Außenminister Tarek Asis im Weißen Haus empfangen.

Gewonnen

Wolfsburg wird zum Glück nie so werden wie die heruntergekommene Autometropole Detroit. Volkswagen aber verfolgt dieselbe Politik wie früher der amerikanische Weltmarktführer General Motors; der größte deutsche Automobilkonzern übernimmt immer mehr marode Fabriken und Marken in Europa.

Zum Fall geworden

Im Frühjahr wurde der Ministerpräsident zum Anwalt der DDR-Bürger; seit dem Sommer vertrat der Vorsitzende der Ost-Union vor allem Parteiinteressen.

Ein treuer Diener seines Herrn

In der olivgrünen Armeeuniform wirkt Iraks Außenminister ein bißchen lächerlich. Für den Kampfanzug ist Tarek Asis etwas zu rundlich, sieht er zu zivil, zu intellektuell aus.

Zeitspiegel

Sechstausend Weihnachtspuddings sollen die britischen Soldaten zum Christfest in Saudi-Arabien erhalten. Der nicht ganz uneigennützige Spender ist die Boulevardzeitung The Sun.

Schnell haben die Sozialdemokraten einen neuen Parteivorsitzenden gefunden. Nun müssen sie sich auf die Debatte über eine moderne Politik einlassen.: Auf der Suche nach dem neuen Standort

Wer Erfolg hat bei den Sozialdemokraten, kommt nicht ungeschoren davon. Blitzschnell haben sie sich entschieden, daß einer der wenigen, der unbeschädigt ist, populär und eben erfolgreich, im Mai zum Nachfolger Hans-Jochen Vogels an die Spitze der Partei gewählt werden soll: Björn Engholm.

Egon Bahr

Egon Bahr hat über Deutschland nachgedacht, seit er Politik macht. Während Europa auf ewig geteilt schien, formulierte er jene dialektische Doppelstrategie, die am Ende zum Erfolg beitrug: Die Teilung anerkennen, um sie zu überwinden – „Wandel durch Annäherung“.

Kohls außenpolitischer Berater: Ausstieg eines Seiteneinsteigers

Er sei voller Drang und Lust, die Welt zu bewegen, hatte Horst Teltschik noch 1987 gesagt. Jetzt zieht er nach acht Jahren, in denen er als außenpolitischer Ideengeber und Handlanger des Kanzlers mit den Mächtigen der Welt verkehrte, in die deutsche Provinz: Vom 1.

Wolfgang Ebert: Verwählt

Aus guten Gründen erleichtert, denn die „Schicksalswahl“ liegt immerhin schon Lichtjahre hinter mir, schlendere ich weihnachtlich gestimmt durch die Stadt.

Rückblick: Frankreich: Aufstand gegen die Alten

Die Diagnose fiel unbarmherzig aus. Jeder Satz geriet Michel Noir scharf wie ein Skalpell: „Frankreich ist krank“ – krank wegen seiner Eliten, die von einer Krise in die nächste schlittern, krank wegen seiner Politiker, die sich nur noch um ihre Affären kümmern, krank vor Angst und Intoleranz.

Bonner Bühne: Draußen vor der Tür

Vogel meint damit die Rolle, die Brandt mit seiner Reise nach Bagdad spielte. Er hat vermutlich ganz recht. Brandt hatte seine Reise zielstrebig geplant und durchgesetzt.

Weltbühne: Im Hinterhof Amerikas

Eines der Erinnerungsphotos, die der amerikanische Präsident von seiner sechstägigen Südamerika-Reise heimgebracht hat, dokumentiert eine diplomatische Panne: Es zeigt das Händeschütteln mit Chiles Ex-Diktator Augusto Pinochet, immer noch amtierender Heereschef im Andenstaat.

Polen nach der Präsidentenwahl: Ein Volk mit gekränktem Stolz

Zum Schluß ging alles fast so aus, wie es sich Lech Walesa vorgestellt hatte. Mit nahezu drei Vierteln der abgegebenen Stimmen ist der Elektriker aus Danzig als erster Präsident der Republik Polen aus allgemeinen und freien Wahlen hervorgegangen.

Grenzgänger zwischen Ost und West

Hat Armand Hammer seine Moskauer Verbindungen genutzt, um sein eigenes Busineß zu fördern? Oder hat er mit seinen Geschäftskontakten die Interessen der Sowjetunion gefördert? Diese Frage ist in Amerika oft gestellt worden, aber nur wenige scheinen verstanden zu haben, daß für Hammer in dieser Frage kein Gegensatz lag, auch kein moralisches Problem.

Sowjetunion in der Krise: Der Winter der Generale

Die Demontage der Perestrojka – halb Gorbatschow aufgezwungen, halb von ihm selbst betrieben – geht weiter. Das deutlichste Signal dafür war in dieser Woche der rabiate Rückgriff der Partei nach der führenden Rolle.

Ben Witter: Angetippt

Und du?“ Mit dieser Frage begannen vor fünfundvierzig Jahren Kinder ihre Vater zu löchern, um herauszukriegen, warum sie auf das Thema „Führer befiehl, wir folgen“ gleich die Ersten sein wollten und nun von allen die Letzten waren.

Fauler Zauber

Zugegeben, der Begriff „Niedrigsteuerland“ klingt verlockend. Man kann sich förmlich vorstellen, wie die Verheißung, weniger Steuern zu zahlen als anderswo, das Kapital anzieht.

Thomas Hanke:: Allianz der Ignoranten

Mit ihrem völlig verbohrten Standpunkt in Sachen Agrarpolitik hat die Europäische Gemeinschaft die einwöchigen Welthandelsgespräche in einem Desaster enden lassen.

Sorglos in die Krise?

Die heikelsten Punkte bei der Finanzierung der deutschen Einheit sind noch völlig ungeklärt

Regierungskonferenz in Rom: Getrennt zur Einheit

Mitte der siebziger Jahre hatten zunächst Willy Brandt und wenig später der belgische Premierminister Leo Tindemans die Idee eines Europa der zwei Geschwindigkeiten in die Diskussion gebracht, um die damalige Integrationskrise der EG zu überwinden: Einzelne Länder gehen voran, die anderen folgen nach.

Kein Risiko vor Neujahr

Nach wie vor wird die Tendenz an den Weltbörsen von den Nachrichten aus der Golf-Region bestimmt. Als der Irak die Freilassung aller noch festgehaltenen Geiseln verkündete, kam es verbreitet zu steigenden Aktienkursen – auch an der deutschen Börse, wo der Deutsche Aktien-Index (Dax) vorübergehend die Marke von 1500 überschreiten konnte.

Zweikampf um den Sieg

Gerade zwei Wochen noch fehlen bis zur Jahreswende, aber winterliche Ruhe ist im ZEIT- Börsenspiel noch nicht zu beobachten.

Unschöne Begleitmusik

Die Bonner Schuldenpolitik macht zunehmend auch die ausländischen Geldpolitiker nervös. „Mit dem deutschen Schuldenberg stellt sich die Frage nach den Grenzen der monetären Zusammenarbeit“, sorgte sich vergangene Woche Jacques de Larosière, Chef der französischen Zentralbank.

Manager und Märkte

Im Vorstand der Deutschen Aerospace AG (Dasa) reift gerade ein neuer Traum: Jürgen E. Schrempp, der Vorstandsvorsitzende des Luft- und Raumfahrtunternehmens der Daimler-Benz AG, möchte gemeinsam mit dem französischen Staatsunternehmen Aerospatiale ein ganz neues Flugzeug aus der Taufe heben.

Auf dem Raubzug

Der Computerbauer NCR wehrt sich gegen die Übernahme durch den Telephonriesen

Zurück zur Scholle

In einer Mischung aus gutem Willen und blindem Eifer überrollen derzeit die Bundesrepublik und andere westliche Länder die Sowjetunion mit ihrer Hungerhilfe.

Republikaner (II): Verse zur Besinnung

Sie sei "die größte Lügnerin in der Partei", soll der ehemalige stellvertretende Bundesvorsitzende der Republikaner, Hans Dorn, seine Parteifreundin Centa Hirsch bei einer Parteiversammlung in Königsbrunn beschimpft haben.

Mann ohne Glück

Erst nach langer Anlaufzeit von fast einem Jahrzehnt geht Spanien in diesen Wochen daran, seine jüngere Vergangenheit aufzuarbeiten: das Versagen der Monarchie, die Schwäche der zweiten spanischen Republik und das Aufkommen des spanischen Faschismus.

BUCH IM GESPRÄCH: Wer Bagdad aufrüstete

Wenn der irakische Staatschef Saddam Hussein nicht bald seine Truppen aus Kuwait abzieht, wird im Januar wohl jenes Szenario ablaufen, das Hans Leyendecker und Richard Rickelmann auf Seite 77 ihres jüngst erschienenen Buches „Exporteure des Todes“ beschrieben haben: Die von den USA bei der Bundeswehr ausgeliehenen ABC-Spürpanzer „Fuchs“ werden dann ihre Fährte aufnehmen können.

Wie sich die Armen helfen können

PARIS. – Von Zeit zu Zeit hat jemand eine bedeutende, geradlinige Idee und auch die Energie, sie in die Realität umzusetzen.

Europa muß seine Chance nutzen

BONN. – Der Zusammenbruch der Diktaturen in Osteuropa und die Einebnung des Ost-West-Gegensatzes haben die Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa erstmals mit realen Aussichten auf die politische Agenda gesetzt.

Eine Lanze für den Sozialismus

FRANKFURT. – Für die Konservativen in diesem Lande ist wieder alles in Ordnung. Der real existierende Sozialismus hat sich im Wettstreit der Systeme als unterlegen erwiesen.

Wie sich die Parteien finanzieren: Geldverderbnis

Wer nach den langen und merkwürdigen Parteispendenprozessen und der Lektüre seltsamer Urteile, etwa im Fall Henkel oder nach dem skurrilen Ausgang des Merkle-Verfahrens oder bald gewiß im Stuttgarter Fall Neuhaus, das Bedürfnis nach einer klärenden, übersichtlichen Analyse verspürt, kann jetzt vorzüglich bedient werden.

Was heißt da Aufrichtigkeit?: Endlich reden!

Stalins Opfer schwiegen bis zu den letzten Tagen des SED-Staates oder jedenfalls bis zu dessen vorletzten Tagen. Was sie in den Gefängnissen und Straflagern der Sowjetunion erlebt hatten, strichen ihnen die Behörden aus dem Lebenslauf, wenn sie in die DDR kamen, und sie hielten sich aus blankem Gehorsam daran, obwohl es ihnen schwerfiel, nie ein Wort darüber zu verlieren.

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