Im Vorstand der Deutschen Aerospace AG (Dasa) reift gerade ein neuer Traum: Jürgen E. Schrempp, der Vorstandsvorsitzende des Luft- und Raumfahrtunternehmens der Daimler-Benz AG, möchte gemeinsam mit dem französischen Staatsunternehmen Aerospatiale ein ganz neues Flugzeug aus der Taufe heben. Es soll 80 bis 130 Sitze haben und nicht vom Airbus-Konsortium gebaut werden, an dem die Dasa-Tochtergesellschaft Deutsche Airbus AG zu einem guten Drittel beteiligt ist. Besonders wichtig ist den Dasa-Managern, daß dieses neue Regionalflugzeug unter ihrer technischen Führung gebaut wird und sie für das Cockpit verantwortlich sind. "Dieses Flugzeug hat glänzende Marktaussichten", schwärmt Schrempp.

Dennoch will der Dasa-Chef die Entscheidung über den Bau des Passagierjets nur dann treffen, wenn der Bund einen großen Teil der Entwicklungskosten übernimmt, die das Unternehmen mit etwa 3,5 Milliarden Mark beziffert. Die Bundesregierung zeigt sich in dieser Frage aber völlig zugeknöpft. Sie hat schon über zehn Milliarden Mark für den Airbus aufbringen müssen. Angesichts der zur Zeit äußerst ungünstigen Mark-Dollar-Relation, die dem europäischen Gemeinschaftsflieger Milliardenverluste einbringt, muß sie jetzt sogar die Deutsche Airbus AG vor dem Konkurs bewahren.

Selbst Erich Riedl (CSU), der parlamentarische Staatssekretär im Bonner Wirtschaftsministerium, der normalerweise der deutschen Flugzeugbauindustrie äußerst freundlich gesonnen ist, winkt ab. Seine Experten im Bonner Wirtschaftsministerium halten es für wesentlich vernünftiger, den 150sitzigen kleinen Airbus zu verkürzen, um so billiger an ein neues Regionalflugzeug zu kommen.

Doch diese Idee schmeckt den ehrgeizigen Dasa-Managern nicht. Denn für die Airbusse bauen zum Leidwesen der Deutschen die Franzosen die Cockpits. Staatssekretär Riedl befürchtet ein neues Subventionsrisiko: "Mir ist ein Flugzeug, mit dem Geld verdient wird, lieber als technische Meisterleistungen."

Hero Brahms, Hoesch-Vorstandsmitglied und als Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Eisen- und Stahlindustrie Leiter der Verhandlungskommission in der laufenden Tarifrunde, hat sich selbst eine "relativ große Duldungsfähigkeit" bescheinigt. Die ist in bisher sechs Verhandlungen strapaziert, aber auch belohnt worden; denn obwohl die Große Tarifkommission der IG Metall die Verhandlungen für gescheitert erklärt hat, zögert der Hauptvorstand der Gewerkschaft, eine Urabstimmung anzusetzen und damit die Weichen für einen Streik zu stellen.

Brahms darf deshalb weiter hoffen, daß seine erste Tarifverhandlung "friedlich" ausgeht – wohl noch in dieser Woche wird erneut verhandelt. Für den Hoesch-Vorstand steht möglicherweise mehr auf dem Spiel als "nur" ein neuer Tarif: Brahms gilt als Anwärter auf den Vorstandsvorsitz bei Hoesch, der durch den Wechsel von Detlev Rohwedder zur Treuhandanstalt frei geworden ist. Ein arbeitgeberfreundliches Verhandlungsergebnis könnte bei dem noch zögernden Hoesch-Aufsichtsratsvorsitzenden, Herbert Zapp von der Deutschen Bank, den Ausschlag geben.

Auf technischem Gebiet ist die Berlner Stiftung Warentest mit ihren kritischen Produktüberprüfungen schon seit 25 Jahren erfolgreich. Der Zeitschrift test, die die Ergebnisse veröffentlicht und mit einer Auflage von einer Million das größte europäische Verbrauchermagazin ist, wird jetzt ein zweites Objekt an die Seite gestellt. Unter dem Titel Finanztest soll es seine Leser in Fragen der Geldanlage, aber auch in Rechts- und Steuerdingen beraten. Mit einer Druckauflage von 270 000 Exemplaren wollen die Berliner vom Ende dieser Woche an zunächst alle zwei Monate Publikationen wie DM aus der Holtzbrinck-Gruppe oder Capital von Gruner + Jahr Konkurrenz machen. "Das wachsende Bedürfnis der Verbraucher nach unabhängiger Information über die Angebote von Geldinstituten, Versicherern und anderen Dienstleistern" macht es nach der Meinung von Stiftungsvorstand Roland Hüttenrauch notwendig, ein solches Blatt auf den Markt zu bringen. Die Finanztest-Macher unter dem Chefredakteur Werner E. Klingberg setzen dabei auf das seriöse Image der Stiftung.