Kaum hat in Las Vegas das „Excalibur“, mit 4032 Zimmern eines der größten, aber auch eines der verrücktesten Hotels der Welt, seine Pforten geöffnet, kündigt die Gesellschaft MGM Grand eine noch gigantischere Herberge an: In diesen Tagen wird am Strip mit den Bauarbeiten für ein 5000 Zimmer großes Hotelkasino begonnen, zu dem auch ein riesiger Park mit Attraktionen aus der Welt des Films gehören wird. Fred Benninger, Vorstandsvorsitzender der MGM Grand: „Mit diesem Projekt folgen wir dem Trend, Las Vegas weg von der reinen Spieler-Metropole und hin zu einem Ziel für die ganze Familie zu entwickeln. Unser Park – immerhin halb so groß wie Disneyland im kalifornischen Anaheim – soll kein reines Kleinkinderparadies werden, sondern vor allem größere Kinder und Erwachsene ansprechen.“

Um Platz für das neue Mammuthaus zu machen, wird das „Marina Hotel & Casino“ niedergerissen, auch der „Tropicana Country Club“ samt Golfplatz muß weichen. Wie es heißt, werden in das riesige Projekt inklusive der Grundstückskosten etwa 700 Millionen Dollar investiert. Wenn das 5000-Zimmer-Hotel fertig ist, wird es das Moskauer Hotel „Rossija“, den bisherigen Rekordhalter, noch um einige Zimmer übertrumpfen. Allein das Spielkasino des neuen Hotels soll eine Fläche von rund 23 000 Quadratmetern bekommen.

Die Glücksrittermetropole Las Vegas hat sich mittlerweile auch zur Stadt der gigantischen Hotels entwickelt. Vor dem „Excalibur“ – einer Mischung aus Neuschwanstein und Wolkenkratzer-Architektur – hatte das Hotel „The Mirage“ eröffnet, das 3049 Zimmer groß ist und zu seinen Attraktionen einen künstlichen, alle paar Minuten ausbrechenden Vulkan zählt. Durch An- und Ausbauten wachsen zur Zeit auch einige Großhotels der Stadt. Zu den gewaltigsten Bettenburgen gehören das „Riviera Hotel“ (4000 Zimmer) und das „Flamingo Hilton and Tower“ (3670 Zimmer), fast 3000 Zimmer haben auch das „Las Vegas Hilton“, das „Bally’s Casino Resort“ und das „Circus Circus Hotel and Casino“.

Die Spielerstadt in der Wüste von Nevada bemüht sich zur Zeit aber auch intensiv darum, ihr Image als Kongreßstadt zu verbessern. Unter anderem wird das Las Vegas Convention Center für 35 Millionen Dollar vergrößert. Nach der für Ende 1991 erwarteten Fertigstellung wird es eine Ausstellungs- und Tagungsfläche von rund 120 000 Quadratmetern haben.

Im vergangenen Jahr wurden 711 Tagungen und Kongresse mit mehr als 1,5 Millionen Teilnehmern in der Glitzerstadt organisiert. „Das hat schätzungsweise 1,2 Milliarden Dollar in die Stadt gebracht“, rechnet man bei der Convention and Visitors Authority.

„Wir werden allerdings auch als Heiratsparadies immer beliebter“, meinen die Stadtväter. Jährlich schließen rund 70 000 Paare in den dreißig Hochzeitskapellen von Las Vegas den Bund fürs Leben und folgen damit dem Beispiel von Berühmtheiten wie Elizabeth Taylor, Frank Sinatra und Joan Collins – gehalten haben diese Ehen allerdings nicht. Klaus P. Pfund