Die Bonner Schuldenpolitik macht zunehmend auch die ausländischen Geldpolitiker nervös. „Mit dem deutschen Schuldenberg stellt sich die Frage nach den Grenzen der monetären Zusammenarbeit“, sorgte sich vergangene Woche Jacques de Larosière, Chef der französischen Zentralbank.

Auslöser für die bangen Worte ist der schwache Franc. Seit Wochen fällt sein Wert gegenüber der Mark. Noch Ende Oktober bekam man an den Devisenbörsen für eine Mark 3,347 Francs. Zuletzt gab es bereits 3,397 Francs.

An dieser Entwicklung sind nach de Larosière die Defizite der Deutschen schuld. Die immense staatliche Nachfrage auf dem deutschen Kapitalmarkt treibe dort die Zinsen nach oben. Das mache die Mark im Vergleich zum Franc attraktiver.

Um gegenzusteuern, müßte die französische Zentralbank ihrerseits an der Zinsschraube drehen. Aber der Preis für das Geld liegt in Frankreich schon sehr hoch. Und noch höhere Zinsen wären Gift für die französische Konjunktur.

Solche Probleme hat aber nicht nur Frankreich. Bald könnte das ganze Europäische Währungssystem (EWS) durcheinandergeraten – keine schöne Begleitmusik für die EG-Regierungskonferenz in dieser Woche, bei der die Währungsunion auf der Tagesordnung steht. sie