Pudding an den Golf

Sechstausend Weihnachtspuddings sollen die britischen Soldaten zum Christfest in Saudi-Arabien erhalten. Der nicht ganz uneigennützige Spender ist die Boulevardzeitung The Sun. Noch schneller mit seinem Werbefeldzug bei den Wüstenkämpfern war das Konkurrenzblatt The Star. Ein Reporter erschien vergangene Woche in Dhahran mit einem Koffer voller Pfefferminzplätzchen, Luftballons und bunten Hütchen mit dem Logo der Zeitung. Die Wüstenaktion der Werbestrategen zielte freilich allein auf den Binnenmarkt. Denn die britischen Soldaten können die Gazetten mit den barbusigen Girls ohnehin nicht kaufen. Die saudischen Zensoren verwehren ihnen auch harmlosere Anblicke – sie schwärzen sogar die nackten Beine von Tennisspielerinnen, die in seriösen Zeitungen abgebildet werden.

Ökologische Weihnacht

Noch zehnmal schlafen, dann ist es wieder soweit: Rund 21 Millionen Familien in ganz Deutschland – das sind 75 Prozent aller Haushalte – werden in diesem Jahr das Weihnachtsfest unter einem Christbaum feiern. Freilich macht ein abgesägter Baum in der Wohnstube vielen umweltbewußten Deutschen ein schlechtes Gewissen. Warum soll eine Fichte oder Tanne für ein paar Tage Erbauung ihr Leben lassen? Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hilft, solche Skrupel zu überwinden. Es hat den Nachweis erbracht, daß die meisten Weihnachtsbäume ohnehin eingeschlagen werden, um dichte Bestände zu lichten. Wenn die Familien bald einträchtig „Oh Tannenbaum“ anstimmen werden, dann brauchen sie sich nicht vorm Christkind zu schämen. Ihre geschmückte Baumleiche in der Zimmerecke erfüllt neben dem ökonomischen Zweck durchaus einen ökologischen Sinn.

Keine Berufsarmee

Durch einen Übermittlungsfehler hieß es im Artikel „Das Imperium schlägt zurück“ (ZEIT Nr. 50, Seite 3): „Zur Besänftigung der Generalität versprach der Präsident, die Berufsarmee werde auf keinen Fall verkleinert.“ In der Sowjetunion gibt es bis heute keine Berufsarmee. Richtig mußte es heißen: „Zur Besänftigung der Generalität versprach der Präsident, es werde auf keinen Fall eine verkleinerte Berufsarmee geben.“