Heiliger Bildschirm. Wir haben ja das ganze Jahr in der ersten Reihe gesessen, und am 25. Dezember um 21.20 Uhr, da haben wir die Bescherung. „Welches schönere Weihnachtsgeschenk könnten wir unserem Publikum machen als den Glanz eines Königshauses?“ fragt NDR-Chefkorrespondent Rolf Seelmann-Eggebert. Da hat der Mann recht, und die Krone dreht sich. Erst funkelt sie einfach, und dann spuckt sie Rubine und Saphire aus und bunte Fahnen noch dazu. Ist jede Folge so. Diese Krone, und dazu dieser alte Händel. Möcht’ ich mal sehen, wen’s da nicht schauert dabei.

Ja, wunderbar war es wieder bei Königs auf dem Sofa. Margarethe von Dänemark kam diesmal. Hat die Schlösser. Sind wir gar nicht mitgekommen, wie die alle heißen. Wir haben ja auch schon diese süßen Corgis von der Elisabeth auf dem Schoß gehabt. Und mit Silvia waren wir Gemüse einkaufen, mit Sonja beim Langlauf, und Fabiola hat uns ihr Gewächshaus gezeigt, einmalig. Der Seelmann-Eggebert, der schafft das ja immer, daß sie uns reinlassen, wo sie das ja eigentlich sonst nicht so gerne haben, daß so wir vom Volk ihnen in die Suppe – na, ist klar. Übrigens, das Geschirr, das glauben Sie nicht. So lateinisch heißt das, Flora irgendwas, und ein kleiner Teller kostet 649 Mark. Muß man sich mal vorstellen. Haben die ja nicht nur fünfe von ...

Übrigens ist die Margarethe dieses Jahr ja fünfzig geworden. Sieht aber nicht so aus. Nur mit den Haaren vielleicht, hat sie so diesen Dutt dahinten, also da könnte sie sich mal was Neues einfallen lassen. Denn ihr Mann, das ist ja noch ein ganz Flotter, und hat sie auch gesagt, daß sie gleich Hals über Kopf und so weiter. Nur ein bißchen eng war die Jacke. Na ja, der ist Franzose, ißt gern, trinkt gern. Wir sind dann auch mit nach Südfrankreich. Da haben Dänens oder wie sie heißen nämlich noch ein Weingut, weil er, der Henrik, von dort ist. Mit dem Dänischen hat er es nicht so direkt. Er sagt, das ist eher so wie Halsschmerzen.

Sie muß ja reisen, immerzu. Und dann immer auf diesen Inseln herum. Grönland gehört auch dazu. Aber da läßt sie sich nur alle zwei Jahre blicken, ist wohl bißchen kalt. Wir also mit nach den Faröern, das liegt da auch jwd hinter Schottland. Nein, also melancholisch, so was! Haben die vom Fernsehen auch immerzu Grieg gespielt, weil die vom Norden es ja mit der Schwermut so haben. Aber als Margarethe kam und dann auch noch in der Landestracht, buntes Röckchen und Haube, da waren die ganz aus dem Häuschen. Ist ja enorm volkstümlich da. Weil die Königin mit dem Schiff gekommen war und ihren schicken Rolls nicht mithatte, mußte sie dann einfach ein Taxi nehmen. Aber Stander dran, da kennt sie nichts.

Nette Söhne auch. Der ältere lernt auf König, war erst beim Militär, jetzt studiert er. Ist uns ja das Herz bald stehengeblieben, als der da aus dem Flugzeug springen sollte. Hat das lange gedauert, bis der Fallschirm aufging. Aber herrlich die Musik dazu: Gefangenenchor aus „Nabucco“. Ja wieso die Musik, haben wir gedacht. Aber ist klar: So irgendwie ist der ja auch gefangen in der Pflicht, daß er nun König werden soll, nicht?

Ja, diese siebzig Minuten, das fliegt so vorbei. Na, nächstes Jahr ist wieder Weihnachten. Und dann soll Bescherung bei Beatrix sein.

Anna v. Münchhausen