Wer mit großem Gepäck wie Ski- oder Golfausrüstung in die Ferien fliegt, muß damit rechnen, daß er zusätzliche Gebühren zahlen muß.

Für Linienflieger mit vollbezahltem Ticket gelten weltweit einigermaßen günstige Freigepäckgrenzen: zwei Gepäckstücke oder dreißig Kilogramm in der Business-Klasse, vierzig Kilo in der First. Passagiere mit ermäßigten Tickets und Charterurlauber dürfen nur zwanzig Kilogramm mitnehmen, lediglich Langzeiturlaubern (vier bis sechs Wochen) werden bei Charterfluggesellschaften zehn Kilogramm mehr zugestanden.

Wer also schweres Gepäck auf die Waage bringt, ist deshalb schon bei geringen Überschreitungen auf das „freundliche Augenzudrücken“ des Abfertigungspersonals angewiesen. Wenn absolut korrekt gewogen wird, muß bei Linienflügen pro Kilo ein Prozent des Erster-Klasse-Flugpreises zugezahlt werden. Das sind teilweise ganz erhebliche Mehrkosten, die zum Beispiel für die Strecke Frankfurt-Las Palmas 17,70 Mark, für Düsseldorf-Palma de Mallorca 10,80 Mark oder für Hamburg-Innsbruck 7,30 Mark pro Kilo ausmachen. Die Mitnahme von Sportgepäck wird von Linienfluggesellschaften zu Sonderraten angeboten. Ist die Freigepäckgrenze überschritten, werden zum Beispiel pauschal für eine „Schneeskiausrüstung“ drei Kilo, für eine Golfausrüstung sechs Kilo Gewicht für die Berechnung der Mehrkosten zugrundegelegt. Fahrräder und anderes „sperriges Gepäck“ unterliegen den normalen Übergepäckgebühren.

Natürlich gibt es auch Spielregeln für das, was Charterfluggäste mitnehmen dürfen, sie kommen sogar preiswerter davon. Praktisch können Charterpassagiere alles transportieren, was ihnen im Urlaub unverzichtbar, lieb und teuer ist. Wer Übergepäck, das heißt mehr als die erlaubte Menge von zwanzig Kilo, am Abfertigungsschalter präsentiert, muß Gebühren bezahlen. Wer mehr als zehn Kilo zusätzliches Reisegepäck aufgeben will, ob im Koffer oder als sogenanntes „Sondergepäck“ – dazu zählen unter anderem Sportgeräte wie Surfbretter, Flugdrachen, Fahrräder,. Tauch- und Golfausrüstungen, Skier, Haustiere, Gartenmöbel fürs Ferienhaus –, muß dies vorher anmelden. Der Grund: Je nach eingesetztem Maschinentyp kann die Mitnahme von Sondergepäck begrenzt sein.

Die Preise werden nach Reisezonen berechnet: Jedes Kilo Übergepäck wird bei Flügen ans Mittelmeer – also auf allen europäischen Kurzstrecken – mit sechs Mark, zu den Kanarischen Inseln, nach Madeira, Marokko, Israel, Ägypten mit acht Mark und zu Fernzielen mit achtzehn Mark berechnet. Ebenso teuer sind Hund und Katze, die auch wegen der Impfbestimmungen vorher angemeldet werden müssen.

Diese gemeinsamen Gepäckregelungen gelten für die großen deutschen Charterfluggesellschaften wie Aero Lloyd, Condor, Hapag Lloyd, LTU und für ausländische Charterunternehmen.

Pauschalen von 150 Mark für Kurz- und Mittelstrecken und 270 Mark für Fernflüge sind zum Beispiel für Surfbretter und Flugdrachen fällig; Fahrräder werden mit siebzig beziehungsweise hundert Mark berechnet – allerdings für Hin- und Rückflug.