Optimismus hat unter Konjunkturauguren vorerst ausgedient. Auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen reihte sich nun in die Phalanx der Schwarzseher ein. Zum Jahresende 1990 stecke die Weltwirtschaft in einer Phase konjunktureller Abkühlung, stellte das Institut fest.

Eine handfeste Krise drohe allerdings nicht, meinen die Konjunkturexperten des RWI. Das Bruttosozialprodukt der Industrieländer werde im kommenden Jahr um durchschnittlich zwei Prozent wachsen. Zwar liegt der Wert niedriger als 1990 (2,5 Prozent). Doch eine richtige Rezession sieht anders aus.

In Mitteleuropa, so das RWI, bestehe ohnehin kein Grund zur Sorge. Die Bundesrepublik und ihre kleineren Nachbarn werden die kurze Krise der Weltwirtschaft kaum zu spüren bekommen. Dagegen seien die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Schweden schon mit einigem Schwung auf Talfahrt.

Dazu paßt die jüngste Statistik der amerikanischen Notenbank. Nach ihren Angaben die Industrieproduktion in den Vereinigten Staaten im November um 1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Einen so hohen Wert hat es seit Januar 1982 nicht mehr gegeben. Optimismus ist da wirklich nicht angesagt. dk