AUTOMATEN POMMES

Vor sieben Jahren las William Bartfield, ein Buchhalter und Erfinder aus Palm Springs, der sich gerade von einer Herzoperation erholte, aus lauter Langeweile die Kleinanzeigen in der Zeitung. Dabei fiel sein Blick auf eine zweizeilige Annonce, die einen Pommes-frites-Automaten zum „Schleuderpreis“ von 200 Dollar anbot. Sofort erkannte er das Verwertungspotential eines solchen Apparats für das automatisierte Amerika und kaufte die Maschine.

Fünf Millionen Dollar und zahllose Forschungs- und Teststunden später ist Bartfield jetzt soweit, der Welt seine sogenannten „Prize Frize“ anbieten zu können. Vor ihm hatten schon andere ihr Glück mit der Realisierung eines Pommes-frites-Münzautomaten versucht, waren jedoch gescheitert, weil sie keinen Weg finden konnten, die mit der Lagerung und Verderblichkeit der Kartoffeln verbundenen Probleme auszuschalten. Bartfields Suche nach einer Lösung führte ihn nach Twin Falls in Idaho, wo ihm ein zwangloses Gespräch mit einem Hotelgast die Antwort lieferte, die ihm gefehlt hatte: U-Boot-Kartoffelpulver. Dieses, erklärt Bartfield, ist ein Kartoffelkonzentrat, das von Basic American Foods in San Francisco zur Verwendung in US-Navy-Unterseeboten hergestellt wird, wo Kombüsenplatz sehr begrenzt ist und die Verderblichkeit von Vorräten ein erhebliches Problem darstellt.

Nachdem sie sich die Exklusivrechte für die Verwertung von Basic Americans Kartoffelprodukt gesichert hatten, entwarfen Bartfield und seine Geschäftspartner ein computerisiertes Automatensystem. Wenn ein Kunde 75 Cents in den Schlitz steckt, wird die Trockenpulver-Kartoffel in die Mischkammer geschickt, wo sie eine Heißwasserdusche bekommt, in die für Pommes frites typische Form gepreßt, fritiert und, nachdem das Fett abgetropft ist, in einen Servierbecher abgefüllt wird, der in einer kleinen Bodenvertiefung Ketchup und Salz enthält. Das Ganze wird von einem Mikroprozessor gesteuert, der gleichzeitig zwei Bestellungen entgegennehmen, die kontinuierliche Zufuhr von frischem Öl in die Fritierschüssel sicherstellen und Selbstdiagnosen stellen kann, falls in der Maschine eine Funktionsstörung auftaucht.

BÜFFELFLEISCH

Büffelfleisch, das einen höheren Eiweiß- und Faseranteil sowie einen niedrigeren Cholesteringehalt als Rindfleisch besitzt, weist weniger gesättigtes Fett auf als Hühnerfleisch. Es ißt sich leichter als zeichnet. und schmeckt angeblich ausgezeichnet. Aber das jährliche Büffel-Barbecue zur Feier des Unabhängigkeitstags liegt noch in weiter Ferne.

Amerikaner sind in der Regel heikle Esser. Sie gewöhnen sich nur langsam an ihnen nicht vertraute Nahrungsmittel – was für den Moment ja nur gut ist, da noch nicht annähernd ausreichend Büffelfleisch für alle vorhanden ist. „Es gibt nur noch 80 000 Tiere“, sagt Paul Butler, Direktor von Livestock Research and Innovation, „oder anders gesagt: gerade genug, um New Yorks Bevölkerung zwei Tage lang mit Büffelfleisch zu versorgen.“ Aber immer mit der Ruhe! Butlers Organisation, die sich aus Wissenschaftlern und Viehzüchtern zusammensetzt, ist fest überzeugt, daß im cholesterinbewußten Amerika eines Tages die Nachfrage das Angebot an Büffelfleisch weit übertreffen wird.