Von Tobias Gohlis

So schnell wie die DDR ist schon lange kein Land mehr von der Bildfläche verschwunden. Kaum daß die Druckerschwärze in den Reisehandbüchern und -führern getrocknet war, da gab es sie nicht mehr. Wie nennt man das Gebilde nun? "FNL" kürzt mancher Zeitgenosse ab; andere mögen auf Springers Gänsebeinchen-Nomenklatur zurückfallen und "DDR" schreiben. Aber das ehemalige Ganze ist mehr als seine Landesteile. So soll denn hier, der Einfachheit halber und wie in den neuesten Reiseführern noch auf dem Stand der Währungsreform, ohne alle Beimengung, von der DDR die Rede sein, zum letzten Mal.

So vereinfacht auch der

  • Städteführer DDR; Polyglott; 5,– DM

trotz des Erscheinungsjahrs 1991 sein Zielgebiet. Insgesamt 38 Städte werden kurz portraitiert, Innenstadtpläne und Reiseziele in der näheren Umgebung erweitern die Orientierungsmöglichkeiten. Ein preiswertes und übersichtliches Büchlein, das dem an Kulturentdeckungen Interessierten die Auswahl erster Reiseziele erleichtert. Gerade auf kleinere Städte wie Quedlinburg, Freiberg oder Brandenburg macht der Städteführer aufmerksam. Für einen intensiveren Städtebesuch allerdings genügt er nicht.

Neben den etwa im halbjährlichen Turnus überarbeiteten DDR-Reiseführern von Baedeker (starker Kulturschwerpunkt) und Grieben, die sich durch solide und ausführliche Information auszeichnen, ist dem DDR-Reisenden besonders das Handbuch von

  • Sigrid und Wil Tondok: DDR individuell