Erstens: Der alte Adam ist nicht umzubringen. In den achtziger Jahren wird uns die Anstrengung neuen Denkens auferlegt sein – eines Denkens, das über Fahne und Fahnenstange hinausreicht. (1979)

Zweitens: Wie nimmt sich die Welt am Ende des Scharnierjahres 1980 aus? Wenn es schlimm kommt, wird nicht nur ein Wetterwechsel zu beklagen sein, sondern ein nachhaltiger Klimasturz. (1980)

Drittens: Die Großwetterlage hat sich im Jahr 1981 nicht gebessert. Ein Klimasturz ist weniger denn je auszuschließen. Wohl bemühten sich die Europäer nach Kräften, ihrem geteilten Kontinent einen Temperatursturz zu ersparen, aber so tief konnten sie sich gar nicht ducken, daß die eisigen Winde aus dem Hindukusch sie nicht dennoch gestreift hätten. (1981)

Viertens: Wir haben unseren Wohlfahrtspudding mit viel zuviel Eierschnee eingerührt. Wir müssen den Riemen enger schnallen. Schweiß kann uns Tränen ersparen. (1982)

Fünftens: Bei aller Neuerung bleibt doch die Kontinuität das Wesentliche. Es gibt keinen Neuschnee, hat schon Tucholsky festgestellt. Geschichte braucht Weile. (1983)

Sechstens: Die Wunden, die uns die Geschichte geschlagen hat, mögen vernarbt sein, aber sie schmerzen in bestimmten Großwetterlagen noch immer, und manchmal bluten sie sogar; da hat Helmut Kohl ganz recht. Alle Geschichte ist nach vorn offen, insofern auch die künftige deutsche Geschichte. Eines jedenfalls ist Geschichte nicht: eine Hausapotheke, aus der man sich nach Belieben und Bedarf bedienen darf. (1984)

Siebtens: Wertewandel? In unserem mediengesteuerten Zeitalter wird uns grell auf die Netzhaut projiziert, was sich verändert. Demgegenüber wird kaum vermerkt und kommentiert, daß sehr viel mehr so bleibt, wie es ist. Das Beharrungsvermögen der Dinge und der Einstellungen ist erheblich, die Kontinuität stets größer als die Neuerung. (1985)