DIE ZEIT

Die Schatten der Diktatur

Vor einem Vierteljahr ist Michail Gorbatschow der Friedensnobelpreis zugesprochen worden; heute werden in der westlichen Welt Überlegungen angestellt, ob er dem Kreml-Herrscher nicht wieder aberkannt werden müßte.

Ein kläglicher Neubeginn

Wie gewonnen, so zerronnen: Der Kanzler und seine Koalition haben ihren politischen Kredit noch schneller verspielt, als sie ihn angesammelt hatten.

Der Alptraum des Krieges

Wenn der Krieg zur Realität wird, dann wird das Grübeln über vertane Friedenschancen notwendigerweise platonisch. Dennoch muß jetzt, da die Krise ihrem Höhepunkt zutreibt, zweierlei festgehalten werden.

Worte der Woche

"Die Führung des Landes hat unter dem Einfluß bestimmten Kräfte beschlossen, daß unsere Probleme sehr schwer auf demokratischem Wege zu lösen sind und daß man in der Tat zur ‚eisernen Hand‘ zurückkehren muß.

Zeitspiegel

Ausgerechnet ein Lenin-Bild prangt seit Wochenbeginn im Amtszimmer des brandenburgischen Finanzministers Klaus-Dieter Kühbacher.

Chronik der Golfkrise: Wie sich der Knoten schürzte

Seit fünfeinhalb Monaten hält Saddam Hussein die Welt in Atem. Seinem Raubzug auf Kuwait folgten weitere Gewaltakte im Scheichtum, Geiselnahmen und -freilassungen, diplomatische Bemühungen um einen Frieden, Phasen der Hoffnung und der Entmutigung.

Wie die Deutschen denken: Gefühl der Ohnmacht

Worin besteht die neue weltpolitische Rolle des größer gewordenen Deutschland: in mehr Mitverantwortung, Handlungsspielraum und Partnerschaft? Wer sich Illusionen gemacht haben sollte, wird durch die Golfkrise rasch in die alten Grenzen einer europäischen Mittelmacht zurückverwiesen.

Wie die Briten denken: Auf Krieg gestimmt

Englands Massenblätter, allen voran die Sun, das rechtspopulistische Flaggschiff des Imperiums von Robert Murdoch, hatten seit dem Beginn der Golfkrise versucht, an den Falklandkonflikt anzuknüpfen und eine nationalistische Grundstimmung zu erzeugen.

Im Angesicht des Krieges

In den letzten Tagen vor Ablauf des Uno-Ultimatums scheiterten alle diplomatischen Versuche, eine friedliche Lösung zu finden

Wolfgang Ebert: Ehrensache

Das Rätselraten darüber, wem die Ehre zukommt, die größten finanziellen Opfer der Einheit zu tragen, ist seit Theo Waigels Entscheidung beendet.

Saddam Husseins vierte Kolonne: Auf dem Fuß der Terroristen

Spätestens seit Ende November vorigen Jahres, als der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sein Ultimatum an Saddam Hussein richtete, gelten die Fragen der inneren Sicherheit in Deutschland und bei der Mehrzahl ihrer westlichen Partnerländer als Staatsgeheimnis.

Machtlos gegen Moskaus Panzer

Den ersten Gottesdienst für die Opfer des Militär-Massakers zelebrieren an diesem Montag abend zwei Priester im Sportpalast.

"Wir sind Gefangene!"

Am Sonntag, dem 13. Januar, riß mich ein Anruf von Verwandten um drei Uhr morgens aus dem Schlaf: Angeblich hätten sowjetische Armee-Einheiten im Namen eines mysteriösen Nationalen Rettungskomitees die Rundfunkstationen und das Parlamentsgebäude gestürmt.

Der Haß bricht sich Bahn

Im Rhythmus der fanatischen Massendemonstrationen schwingt die Frau links neben mir ihre Faust: "Vors Gericht mit ihm!" Die Frau zur Rechten schreit: "Hängt ihn auf!" Gemeint ist der Ministerpräsident der Republik Lettland, Ivar Godmanis.

Kandidaten ohne Kanten

Politik in Hessen war immer ein bißchen komplizierter, die Luft oft konfliktträchtiger, die Politiker waren meist markanter, die Verhältnisse ungeordneter als anderswo.

Vakuum an der PLO-Spitze

Der zweite Mann in der PLO-Führung, Salah Khalef, besser bekannt unter seinem Kriegsnamen Abu Ijad, und der Sicherheitschef der Organisation, Abu Haul, diskutierten in der Nacht auf Dienstag Auswege aus der Golfkrise.

Historie in Serie

Ort und Ereignis waren historisch. Dort, wo im Jahre 1809 die Mitglieder der ersten Berliner Stadtverordnetenversammlung vereidigt worden waren, konstituierte sich am vorigen Freitag das Gesamtberliner Parlament.

Bonner Bühne: Am Ende der Ära Späth

Daß Lothar Späth nun ein Buch über "Heuchler und Pharisäer" schreiben möchte, wäre der interessanteste Nebenaspekt der Traumschiff- und Luxushotel-Affäre.

Weltbühne: Seifenoper ohne Ende

Seit Carlos Menem als erster Staatsschauspieler Argentiniens im Juli 1989 die politische Bühne betrat, öffnete sich am Rio de la Plata der Vorhang zu einer nicht enden wollenden Burleske.

Ein Mann wie das Land – kraftstrotzend, betriebsam, clever, gesund. So hat Lothar Späth Baden-Württemberg und sich selbst vermarktet Nach der Traumschiff-Affäre und dem Sturz des Ministerpräsidenten ist eine beschädigte Landschaft zu besichtigen. Politik, Justiz und Industrie sind in eine böse Allianz verstrickt.: Alles zu Späth

Der Mann, der Baden-Württemberg seit zwölf Jahren gleichsam absolutistisch regiert hatte, spürte zwar schon, daß seine Macht wankte, hatte aber offenkundig Mühe, den Inhalt der Vorwürfe zu begreifen, gegen die er sich in einstündiger Rede verteidigte.

Ende einer Dienstreise

Bis zuletzt mag Lothar Späth nicht so recht verstehen, was mit ihm geschehen ist. Zustimmung erheischend, blickt er am vergangenen Sonntag am ovalen Kabinettstisch der Stuttgarter Villa Reitzenstein entlang.

Kirchenbesetzung: Kein Kartenspiel vor dem Altar

Als Dekan Heiner Küenzlen am späten Nachmittag des Heiligen Abends zur Predigt auf die Kanzel stieg, konnte er nicht ahnen, in welch unmittelbarer Nähe sich der Anfang der Weihnachtsgeschichte, über die er zu sprechen hatte, erneut ereignen sollte.

Gerichtsurteil: Tod nicht ungünstig

Es ging um ungefähr sechzig Quadratmeter Wohnfläche, drei kleine Zimmer, Küche und Bad in der Wilhelmshavener Böttcherstraße 5 a, und um die Frage, wer dort leben darf: das alte Paar, das da seit 55 Jahren zur Miete wohnte, oder der junge Arbeitslose, der ihre winzige Haushälfte gekauft hatte, um dort mit seiner Frau und seiner Tochter einzuziehen.

Altlasten: Leichtsinn und Co.

Jahrelang haben die Schrebergärtner im schwäbischen Senden in ihren Gartenhäusern mit eigenem Brunnenwasser Kaffee gekocht, Essen zubereitet, Blumen und Gemüse gegossen.

Schlechte Gewohnheit

Wenn in einem großen Unternehmen Führungspositionen zu besetzen sind, dann ist Sachkompetenz aus gutem Grund eines der zentralen Kriterien bei der Entscheidung für oder gegen einen Kandidaten oder eine Kandidatin.

Bonner Kulisse

Nun hat der Bonner FDP-Abgeordnete Dieter Thomae doch noch erleben können, daß die Schulmediziner nicht ganz so mächtig sind, wie er noch vor anderthalb Jahren glaubte.

Klimaschutz: Vertagt

So weit ist es schon gekommen: In der Umweltpolitik lassen sich auch alte Hüte als Neuigkeiten verkaufen. Wie oft schon hat der Bundeskanzler, wie oft haben sein Umweltminister und sogar sein Wirtschaftsminister versprochen, Maßnahmen gegen die Gefährdung des Weltklimas durch den hemmungslosen Verbrauch von Kohle, Erdöl und Erdgas zu ergreifen? Um mehr als 25 Prozent soll der Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid (CO2) bis zum Jahre 2005 gesenkt werden.

Die Zähne gezeigt

Seit die Bundesregierung mit ihrem Gesundheitsreformgesetz versucht, die ausufernden Kosten zu drosseln, sind die Klagen der Betroffenen nicht mehr verstummt.

Rudolf Engen: Video-Reisen

Immer wenn die Europäische Management- und Marketing-Agentur (EMMA) einen Verlag beim Marketing neuer Reiseführer zu beraten hat, entwickelt sich unter den Kollegen eine heftige Diskussion über Zweck und Zielgruppen von Reiseführern.

Lähmende Kriegsangst

Zu Beginn dieser Woche hat der Deutsche Aktien-Index (Dax) den Tiefstand des Vorjahres vorübergehend unterschritten. Dies geschah bei schleppenden Umsätzen und war keinesfalls das Ergebnis von Panikverkäufen.

Manager und Märkte

Sat 1: Gefahr für Frequenzen Treuhandanstalt: Ärger mit Bonn adidas: Auf Schrumpfkurs gebracht

Umdenken notwendig

Die Krise am Golf, die blutigen Auseinandersetzungen in der UdSSR, die Unsicherheiten über die Entwicklung in anderen Staaten des Ostens angesichts wachsender ökonomischer Probleme – kein Wirtschaftsexperte kann derzeit zuverlässig sagen, welche Auswirkungen dies für die Weltwirtschaft haben wird.

Opec am Ende

Mit dem Ablauf des Ultimatums vom 15. Januar hat Saddam Hussein seine Option verwirkt, Kuwait rechtzeitig zu räumen und die Gefahr eines Krieges gegen sein Land abzuwenden.

Die Welle trug

Zum Reichsgründungstag: Morose Emotionen in Versailles – Die deutsche Einheit war lange vor der Kaiserproklamation praktisch fertig

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