Auf den alten, nach wie vor gültigen Banknoten steht der Satz: "Wer Banknoten nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft." Auch wenn die Drohung auf den neuen Scheinen fehlt, gilt sie natürlich weiter.

Was aber passiert mit dem, der einen Protest – etwa gegen den Golfkrieg – auf Geldscheine stempelt? "Das Aufdrucken von Stempeln ist ein Verstoß gegen die Grundsätze der öffentlichen Sicherheit und Ordnung", proklamierten die Unionsabgeordneten Paul Laufs und Norbert Geis und versprachen eine Prüfung, ob "bestehende Rechtslücken so bald wie möglich geschlossen werden müssen".

Die Deutsche Bundesbank reagierte weniger martialisch – mit einer Variante des bekannten Satzes: "Wer mutwillig Banknoten verunstaltet, indem er sie z.B. mit bestimmten Parolen oder Darstellungen bedruckt oder beschriftet, so daß sie nicht mehr zum Umlauf geeignet sind, verwirkt seinen Erstattungsanspruch gegenüber der Deutschen Bundesbank."

Da gilt wohl der Satz: Je höher der Schein, desto teurer das Bekenntnis. Ist das nicht Strafe genug?

Wer der Debatte zur Regierungserklärung von Bundeskanzler Helmut Kohl zuhörte, der konnte beim Thema Steuern am Donnerstag vormittag einen CDU/CSU-Fraktionschef Alfred Dregger erleben, der sich mit seinem SPD-Kollegen Hans-Jochen Vogel angiftete, als könne er ihn partout nicht leiden. "Diese Arroganz!" hieß ein pikierter Zwischenruf Dreggers, "Mein Gott, dieses Gesicht!" ein anderer.

Drei Tage später feierte Vogel seinen 65. Geburtstag, und unter den Glückwünschen war auch einer von Dregger: "Lieber Hans-Jochen", säuselte der um fünf Jahre Ältere, "zur Vollendung Deines 65. Geburtsjahres sende ich Dir ... herzliche Grüße und Glückwünsche."

Bleibt die Frage: Ist der bissige Umgang miteinander im Parlament nur Schau, oder darf man die Glückwünsche nicht so verstehen, wie sie da stehen?