Von Eberhard Schmidt

Am Ende der schmalen, schlechtgepflasterten Via delle Vigne steht ein Tor aus grauem Stein. Dahinter liegt der jüdische Friedhof von Ferrara. Wer ihn betritt, sieht sich einer weiten, grasbewachsenen Fläche mit hohen Bäumen und wenigen, verstreuten Grabsteinen gegenüber. Auf den weißen Marmorplatten finden sich viele Namen, die dem sehr vertraut klingen, der sich auf der Suche nach den Spuren der Finzi-Contini befindet, jener Familie aus dem Großbürgertum Ferraras, der Giorgio Bassani in seinem berühmten Roman "Die Gärten der Finzi-Contini" ein so einzigartiges Denkmal gesetzt hat.