DIE ZEIT

Ausgegrapscht

Einst haben die Grünen auch dieses Thema politikfähig gemacht: sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Drei Frauen der Bonner Fraktion hatten Krach geschlagen: „Ein männliches Mitglied hat seine vermeintlichen Direktorenansprüche bei mehreren Mitarbeiterinnen der Fraktion geltend gemacht.

Hilfe für den Irak

Es gibt ihn eben doch nicht, den klinisch sauberen Krieg. Es gab ihn auch nicht am Golf. Die hochgelobte Effizienz der "intelligenten" amerikanischen Waffen, die angeblich nur militärische Ziele präzise treffen, die Zivilbevölkerung aber verschonen, erweist sich im nachhinein von Tag zu Tag mehr als Pentagon-Propaganda.

Böses Erbe

Geld allein reicht nicht. Vielmehr geht es ebenso um die immateriellen Schäden, die das SED-Regime im anderen Teil Deutschlands angerichtet hat.

Verschärft

Nachsicht haben die „Händler des Todes“ nicht verdient. Wer wird sich daher aufregen, wenn Zöllner künftig das tun, was ihnen der Bundestag mit der jüngsten Verschärfung der Exportgesetze gestattet: Eingreifen in das Grundrecht des Brief- und Fernmeldegeheimnisses bereits bei vagen Hinweisen auf die Anbahnung fragwürdiger Waffengeschäfte.

Große Krise, Große Koalition?

Wieder gehen die Bürger in Deutschlands Osten auf die Straßen – in Leipzig und anderswo. Fast 70 000 waren es am Montag voriger Woche in der sächsischen Heldenstadt, nicht weniger an diesem Montag.

Worte der Woche

„Wer glaubt, die Demonstrationen abtun zu können mit dem Hinweis, hier seien Demagogen am Werk, oder wer am Arbeits- und Einsatzwillen der Menschen in den neuen Bundesländern zweifelt, der beleidigt die Menschen, die aus Sorge und nicht aus Übermut auf die Straße gehen.

Wut, Glaube und Hoffnung

Pfarrer Christian Führer – ein Friedensapostel, der Protest für gerechtfertigt und notwendig hält

Zeitspiegel

Betonköpfe im sowjetischen Beamtenapparat gaben jetzt preis, was wir ohnehin schon lange wußten: Bei Mütterchen Rußland tickt’s nicht richtig – wenigstens was die Uhren betrifft: Stalin hatte vor über sechs Jahrzehnten versäumt, die Zeiger um eine Stunde zurückzudrehen.

Europas Politische Union: Es bleibt bei kleinen Schritten

Der ohnehin gigantische Papierverbrauch der Europäischen Gemeinschaft nähert sich wieder einmal einer neuen Rekordmarke. Das Ringen um die Politische Union, gemeinsam mit der Wirtschafts- und Währungsunion im Augenblick das vorrangige Ziel der Europäer, hat eine Lawine von Denkschriften und Anträgen ausgelöst.

Aufruhr im Irak: Saddam mordet weiter

Der amerikanische Oberkommandierende im Golfkrieg, General Norman Schwarzkopf, erklärte nach einer Inspektionsreise durch den Süden Iraks: "Wir haben eine sehr große Zahl von Toten gefunden, wirklich eine sehr große Zahl.

Wolfgang Ebert: Ein dickes Ei

Am Ostersonntag findet bei Düpplers ein denkwürdiges Treffen statt: Nach der Waffenruhe am Golf sollen dort die tiefverfeindeten Veteranen des Waffenganges bei einem Versöhnungsbrunch das Kriegsbeil begraben – hofft man doch, daß die Wunden, die sie sich gegenseitig vor allem in den Medien geschlagen haben, inzwischen vernarbt sind.

Prozeß gegen Winnie Mandela: Dunkle Schatten auf der Kultfigur

Der weiße Richter des Rand Supreme Court, M. S. Stegmann, ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Im Namen der Weißen? Im Namen der Schwarzen? Im Namen des Volkes? Wie soll er Recht sprechen in einer revolutionären Phase des Umbruchs in Südafrika? Das alte Apartheid-Regime zerbricht, aber aus seinen Trümmern erhebt sich noch keine neue Ordnung.

Bonner Bühne: Lümmel und Scharfmacher

Ein Beispiel: In der Aktuellen Stunde des Bundestags über die Lage in den fünf neuen Ländern fühlte sich der CDU-Abgeordnete Gerhard Pfeffermann aus Hessen vom Beitrag eines Oppositionsredvom derart provoziert, daß er ihn als "alter Scharfmacher" beschimpfte.

Weltbühne: Die Waisen des Ostblocks

Was sich als bloßes Schreckgespenst erwiesen hat, muß es ein Rettungsengel sein? Für Václav Havel, den Dichter und tschechoslowakischen Staatspräsidenten, gibt es da keinen Zweifel.

Wanzen gegen Raketen

Der Gesetzgeber in Aktion: Lauschangriffe wie noch nie, Rüstungsgeschäfte wie zuvor

Die Potsdamer Prinzen-Nummer

Historiker meinen, man lerne aus der Geschichte. Nun – in Potsdam, der Hauptstadt Brandenburgs, erscheint einmal im Monat ein Stadtjournal.

Nur vier Puffs

„Die Unterlagen, die vom Ministerium für Staatssicherheit in verfassungwidriger Weise zusammengestellt wurden, dürfen auf gar keinen Fall durch andere Behörden genutzt werden – egal, wer die anderen Behörden sind.

Entfremdet

Die Altbundesbürger, die Wessis, werfen ihren alt-neuen Landsleuten Undankbarkeit, Unentschlossenheit, Wehleidigkeit oder gar Schlimmeres vor, und so sind die Deutschen uneins wie nie zuvor in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg.

Hauptstadt-Streit: Wie gemütlich war’s am Rhein

Peter Radunski vertritt Berlin als Senator beim Bund. Seine These: Berlin wird Regierungssitz. Eine Kommission aus Vertretern aller Verfassungsorgane, Bundesbehörden und unabhängiger Persönlichkeiten legt fest, welche Institutionen an die Spree kommen.

Teure Freunde

Die Bundesregierung versuchte die Umkehrung des alten Spruchs, daß beim Gelde die Freundschaft aufhöre. Nachdem mit guten Gründen deutsche Soldaten nicht in den Golfkrieg geschickt wurden, gute Worte aber die Verbündeten nicht besänftigten, waren Kanzler Helmut Kohl und Außenminister Hans-Dietrich Genscher schleunigst bereit, vor allem den Amerikanern die Freundschaft durch Geldzahlungen zu beweisen.

Tele(ck)om: Wortgefecht

Nein, um einen Irrtum vom Amt handelt es sich nicht. Europas größtes Unternehmen im Bereich der Telekommunikation, das – ganz korrekt bezeichnet – als Deutsche Bundespost TELEKOM firmiert, ändert zum 1.

Sicherer Hafen

So teuer war der Dollar seit August 1990 nicht mehr. Mitte Februar erst hatte die amerikanische Währung ihren historischen Tiefststand mit 1,4425 Mark erreicht; seither kletterte sie auf 1,6694 Mark, ein Plus von fast sechzehn Prozent in nur einem Monat.

Bonner Kulisse

Obwohl das Ratsdokument Nummer 9295/90 der Brüsseler EG-Kommission 125 Seiten dick ist, überdies gezielt in einer Sprache verfaßt, die sich jedem Verständnis entzieht, ist es der Kommission nicht gelungen, die geplanten Vergünstigungen für ihre Beamten im Dschungel der Worte zu verstecken.

Konjunktur: Miese Stimmung

Das Wirtschaftsklima wird rauher in Deutschland (West). Mit drei schlechten Nachrichten hat diese Woche begonnen. Erstens: Bei einer Konjunkturumfrage des Münchner Ifo-Instituts vom Februar beurteilte die Mehrzahl der Unternehmen die Geschäftslage pessimistischer als im Januar.

Fritz Vorholz:: Warnschuß aus der Provinz

Das Öko-Institut verschickte schon vor mehr als drei Monaten den blauen Brief: „Mangelhaft, Herr Töpfer!“ Nun machte – welch bizarre Koalition – ausgerechnet der bayerische Umweltminister Peter Gauweiler (CSU) dem Vorhaben seines Bonner Kollegen Klaus Töpfer (CDU) den Garaus: Der Münchner, noch den Schrecken des bayerischen Volksbegehrens zur Müllpolitik im Hinterkopf, stoppte Töpfers Verpackungsverordnung.

Schneller Brüter: Fort mit Schaden

Das Ende hat sehr viel Ähnlichkeiten mit dem Anfang. So wie die deutsche Stromwirtschaft vor zwei Jahrzehnten vom Bonner Forschungsministerium gedrängt werden mußte, den Schnellen Brüter in Kalkar zu bauen, so mußte sie jetzt gedrängt werden, das über sieben Milliarden Mark teure Projekt endgültig abzuschreiben.

Harpener: Ende offen

Gleich zwei Bedrohungen ist der Vorstand der Harpener AG in Dortmund derzeit ausgesetzt: Auf der einen Seite wird die Mehrheit der Aktien wohl bald in andere Hände übergehen, auf der anderen ermittelt die Schwerpunktanwaltschaft für Wirtschaftsvergehen im benachbarten Bochum wegen des Verdachts der Untreue.

Kirche und Wirtschaft: Fromme Wünsche

Eine hölzerne Madonna, auf den Schultern das Jesuskind, steht direkt neben der Pförtnerloge im zentralen Verwaltungsgebäude der Firma Borgers, die Teile für die Autoindustrie herstellt.

Rudolf Engen: Compxter-Voren? Gobt es nocht!

Immer wenn die Kollegen der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) von der Cebit in Hannover zurückkommen und von neuen Dimensionen der Computerwelt schwärmen, sitzt Direktionsassistent Dr.

Markt-Report: Noch halten die Dämme

Der deutsche Aktienmarkt wird zur Zeit harten Belastungsproben unterworfen. Weltweit sinkende Wachstumsraten, lassen auch an anderen Börsenplätzen keinen Optimismus aufkommen.

Manager und Märkte

Daimler-Benz: Preis für das Image von gestern IBM: Der Champion ist angeschlagen Automobilmarkt Europa: VW hängt Fiat ab

Zweierlei Maß

Die Umfrage des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung bei ostdeutschen Unternehmen hat ein wahres Horrorszenario ergeben. In keiner der befragten Branchen sind auch nur Ansätze für eine wirtschaftliche Besserung zu erkennen.

Ende einer Doktrin

Das Spiel mit Worten war unwiderstehlich. Das Flaggschiff wurde „torpediert“, „nimmt Wasser auf“, „säuft ab“, überboten sich die englischen Zeitungen in ihren Schlagzeilen.

Frankreich: Die Basis macht mobil

Die Wachen merkten nichts, als die beiden Journalisten des französischen Boulevardblatts Le Parisien nachts um eins unter dem Zaun durchrobbten.

Sowjetunion: Kapital nach Petersburg

Im Übergang vom totalitären zum demokratischen Staat und zu einer bürgerlichen Gesellschaft entstehen unzählige politische, soziale und wirtschaftliche Probleme.

Kabinettsumbildung in Spanien: Fit für Europa

Seit seinem Amtsantritt im Jahre 1982 war es die Lieblingsidee des Regierungschefs Felipe González, die jahrhundertelange Isolierung Spaniens durch eine rigorose Hinwendung nach Europa zu durchbrechen.

Haben die Vereinigten Staaten für den militärischen Einsatz am Golf von ihren Alliierten zuviel Geld bekommen? Ein führender amerikanischer Ökonom ist davon überzeugt.: Der Krieg hat nichts gekostet...

Der Waffengang am Golf war von kurzer Dauer und wird deshalb nur geringe ökonomische Folgen für die Industrieländer haben. Denn der Krieg ist aus vorhandenen Arsenalen bestritten worden: Die meisten Kosten fielen für Material an, das in der Vergangenheit gekauft worden war – überwiegend im Rahmen von Präsident Ronald Reagans militärischem Ausbauprogramm der frühen achtziger Jahre.

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