DIE ZEIT

Wechselbäder

Es war zu befürchten, daß der Silberstreif, den de Klerk mit der Zusage an den Horizont gemalt hatte, nun auch das Registrierungsgesetz – das letzte der Apartheidsgesetze – abzuschaffen, sich angesichts der neuerlichen Ereignisse wieder verflüchtigen würde.

Stopp dem Sterben

Die Fronten haben sich auf seltsame Weise verkehrt. Viele, die im Januar für den Krieg gegen Saddam Hussein waren, vornehmlich auf der Rechten, wollen heute von einem militärischen Eingreifen zugunsten der Kurden nichts wissen.

Erbsünde

Im Prozeß gegen den Bundesschatzmeister der CDU wird gegenwärtig die trübe Chronik vom Parteispendenskandal zu Ende geschrieben.

Unser aller Meer

Die Katastrophe war überfällig: Trotz des starken Seeverkehrs und der Überalterung der Tankerflotten war das Mittelmeer bisher von großen Ölunfällen verschont geblieben.

Nichts bleibt, wie es ist

Seit Jahresbeginn hat sich das Gefühl verdichtet, daß etwas nicht stimmt in Deutschland. Woran lag es zum Beispiel, daß Helmut Kohl monatelang die neuen Bundesländer mied und in Bonn fast niemand aufmerkte? In alldem drückte sich die ungeheure Diskrepanz zwischen der westdeutschen Befindlichkeit und der ostdeutschen Wirklichkeit aus.

„Mister Palästina“ auf der Nebenbühne: Der Mann, mit dem keiner spricht

Vollmundig tönt Jassir Arafat immer. Auch jetzt, nachdem der PLO-Vorsitzende seine Organisation ins Abseits manövriert hat, hängt er seine Worte nicht tiefer: „Der Tag wird kommen, an dem Saddam Hussein und ich Schulter an Schulter in der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem beten werden“, sagte er während des Golfkrieges im jordanischen Fernsehen.

Worte der Woche

„An der Frage, ob die Anpassung der Unternehmen im wesentlichen dem Markt überlassen bleibt oder politisch gesteuert wird, entscheidet sich, ob die deutsche Integration wirtschaftlich ein Erfolg wird.

Zeitspiegel

Die Atomindustrie ist stets bemüht, uns von den Segnungen und der Harmlosigkeit ihrer Technik zu überzeugen. Der jüngste Vorstoß in dieser Richtung kommt von der Europäischen Kerntechnischen Gesellschaft in Bern.

Machtlos gegen Mörder?

Saddam Hussein und die Ordnung der Welt: Vom geringen Glanz und großen Elend des Völkerrechts

Amerika und die Kurden: Bush setzt auf die saudische Karte

Der Sicherheitsberater des Präsidenten mag sich drehen und winden, wie er will – lügen darf er nicht. Als bisher einziger aus der Führungsriege in Washington gab Brent Scowcroft kürzlich zu: "Eines der Dinge, die wir nicht vorhergesehen haben, war die Härte der Aggression Saddam Husseins gegen die Kurden.

KOLUMNE: Aus purem Egoismus

Der Stalinismus war für uns bequem: Moralpredigten und Freiheitsappelle des Westens ersetzten weitgehend die Notwendigkeit materieller Hilfe.

Wolfgang Ebert: Alles wieder normal

Freddy, die Luft ist rein“, rief ich, worauf er bleich aus meinem Gartenverschlag gekrochen kam, wo ich ihm als Opfer der „Pazifistenverfolgung“ während des Golfkrieges Unterschlupf gewährt hatte.

Bewegung in der Abrüstung: Die Tür ist doch noch offen

Vor wenigen Wochen noch schien die Abrüstung den Geist aufzugeben; jetzt regt sie sich wieder. Die Umstände, die ihr neues Leben eingehaucht haben, sind auf den ersten Blick überraschend: Die amerikanische Ungewißheit darüber, wie lange Michail Gorbatschow noch in Moskau das Sagen haben wird, und der Ausgang des Golfkrieges.

Ben Witter: Angetippt

Angst als Tugend? In den überlieferten Tugendkatalogen steht nichts davon, aber die Verhältnisse bringen es mit sich, daß diesem Neuling unter unseren Tugenden einmal näher gerückt werden muß.

Bonner Bühne: Schein der Disharmonie

Es klang wie ein Stoßseufzer: "Bleiben Sie mir weg mit dem Runden Tisch. Dort waren ja alle gleich!" So antwortete kürzlich ein Gesprächspartner, der inzwischen in der CDU Karriere gemacht hat, auf die Frage danach, ob Bonn von dieser Erfahrung aus den Zeiten der untergehenden DDR nicht doch etwas lernen könne.

Rückblick: Friedensinitiative in Äthiopien: Was kommt danach?

Das Regime in Addis Abeba steht am Rande des Abgrundes. Schier unaufhaltsam marschieren die Rebellen auf die Hauptstadt zu. Sie kontrollieren die Nordprovinzen Eritrea, Tigre und Gondar; sie haben Godscham, die „Kornkammer Äthiopiens“, erobert und sind tief ins Kernland der herrschenden Amharen eingedrungen.

Nachlese: Regierungskrise in Italien: Um Post und Pöstchen

Eigentlich hätte die Regierungskrise in Rom zu Anfang der Woche beendet sein sollen. Das Kunststück allerdings, die neue und doch überwiegend alte Regierung gleich mit neuen Krisenbakterien zu impfen, schien sogar Ministerpräsident Giulio Andreottis taktische Fähigkeiten zu überfordern; er löste damit nach bloß 48 Stunden Regierungszeit gleich die nächste Krise aus – eine „Premiere“ im üblichen Spiel.

Stimmen Sie mit JA!

Nötig geworden sind diese vier Bürgerentscheide, weil jeweils zehn Prozent der Wahlberechtigten sie mit ihrer Unterschrift verlangt haben.

Der Paragraph 16 g

„Das Bürgerbegehren muß schriftlich eingereicht werden und die zur Entscheidung zu bringende Frage, eine Begründung sowie einen nach den gesetzlichen Bestimmungen durchführbaren Vorschlag für die Deckung der Kosten der verlangten Maßnahme enthalten.

Was die Schwaben haben

Die Statistik verzeichnet 169 Begehren in 35 Jahren. 76 führten zu einem Entscheid, der in 44 Fällen im Sinne der Antragsteller ausging.

Bayern: Russen reden wieder offen

So etwas hat es noch nie gegeben!“ Deutsche und sowjetische Zeithistoriker – die Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung in München hatte sie letzte Woche zusammengeführt – wurden nicht müde, sich gegenseitig zu loben, was sie da zuwege gebracht.

Wie ein verlassenes Texasdorf

„Ich halte es für absolut falsch, die Demonstrationen zu verteufeln, so wie das manche Politiker in Bonn im Moment tun. Das sind ja schon fast therapeutische Veranstaltungen.

Arbeitsmarkt Ost: Historisch

Nun ist es also heraus: In den neuen Bundesländern wird es nie wieder so viele Arbeitsplätze geben wie in der alten DDR – auch nicht „nach einem erfolgreichen Strukturwandel“, wie der von den Ostdeutschen inständig ersehnte Aufschwung in der Sprache der Ökonomen heißt.

Gunhild Freese:: Alles in bewährten Händen

Es war eine der schwierigsten Entscheidungen, die bisher die Berliner Treuhandanstalt zu treffen hatte: Zehn große ostdeutsche Regionalzeitungen werden in einigen Wochen westdeutschen Verlagshäusern übereignet.

Bonner Kulisse

Der Wunsch von Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl nach einer Verringerung der Zahl der Landeszentralbanken kann nur noch in Erfüllung gehen, wenn Bundeskanzler Helmut Kohl und Finanzminister Theo Waigel zu einem Verfassungskonflikt mit den Ländern bereit sind.

Hannover-Messe: Verspielt

Am Mittwoch ging in Hannover die größte Spielzeugmesse der Welt zu Ende. Ach, Irrtum? Es war in Wahrheit die größte Industriemesse der Welt? Wie auch immer: Gespielt wurde trotzdem, und zwar nicht zu knapp.

Weltmeister im Formtief

Zweimal im Jahr geben sich Deutschlands Konjunkturexperten zugeknöpft. Dann sitzen die Vertreter der fünf führenden Institute für Wirtschaftsforschung in Klausur zusammen und beraten über ihr Gemeinschaftsgutachten, einmal im Herbst und einmal im Frühjahr.

Ärzte: Sparen im Kollektiv

Die goldenen Zeiten sind vorbei. Viele junge Ärzte müssen nach der Weiterbildung zum Facharzt das Krankenhaus verlassen. Die meisten von ihnen wollen sich dann niederlassen, doch das wird immer schwieriger.

Bank und Börse: Gefährliches Spiel

Börsen-Altmeister André Kostolany ist auf Terminspekulanten nicht gut zu sprechen: Solche Geschäfte verführten zu waghalsigen Strategien, die Kurse der Aktien würden erst durch die „Spieler“ der Terminbörse „gemacht“, und überhaupt sei das Spiel um die Zukunft oftmals unseriös.

Ende fürs Schuldgefühl

Seit dem Anschluß der Ex-DDR hat sich die außenwirtschaftliche Lage der Bundesrepublik dramatisch verändert. Erstmals seit der Rezession vor zehn Jahren droht wieder ein Defizit in der Leistungsbilanz.

Manager und Märkte

Neue Werkstätten: Altes Idol Korf-Gruppe: Nur noch ein Name TV-Werbung: Der Kampf wird härter

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