Für die Deutsche Bundesbahn ist der 2. Juni 1991 ein historisches Datum: Dann werden zum ersten Mal die IC-Expresszüge fahrplanmäßig mit 250 Sachen durch Deutschland brausen.

Die Hauptstrecke im neuen Kursbuch der Bundesbahn ist die sogenannte Linie 6, die von Hamburg über Hannover, Kassel, Frankfurt und Stuttgart nach München führt. Auf dieser Route werden die neuen, 250 Stundenkilometer schnellen ICE-Züge die 965 Kilometer lange Strecke in nur sieben Stunden bewältigen. Allein zwischen Hannover und Frankfurt wird der Zeitgewinn rund eine Stunde betragen, so daß man von Hamburg bis Frankfurt nur noch dreieinhalb statt viereinhalb Stunden braucht.

Frankfurt und Stuttgart rücken auf derselben Route auf eine Fahrzeit von 87 Minuten zusammen. Von Hamburg nach Stuttgart benötigen die ICEs nur noch fünf Stunden. Alle ICE-Züge werden vom 2. Juni an im Stundentakt verkehren.

Natürlich hat der Zeitgewinn für die Bahnkunden auch seinen Preis. Schließlich sind in die 427 Kilometer Neubaustrecken zwischen Hannover, Fulda und Würzburg, zwischen Mannheim und Stuttgart in den letzten Jahren sechzehn Milliarden Mark investiert worden, nicht gerechnet die Neuanschaffung der komfortablen ICE-Züge zum Stückpreis von fünfzig Millionen Mark.

Je schneller man ans Ziel kommt, desto höher werden die Zuschläge. So kostet der Aufpreis in der ersten Klasse in den neuen ICE-Zügen 27 Mark, in der 2. Klasse 19 Mark neben dem normalen IC-Zuschlag (6 Mark), woraus sich für die einfache Fahrt von Hamburg nach Frankfurt ein Fahrpreis von 212 beziehungsweise 144 Mark ergibt. Auf der Gesamtstrecke von Hamburg nach München über Frankfurt und Stuttgart jedoch sind nur 9 Mark in der ersten und 4 Mark in der zweiten Klasse bei einem Gesamtpreis von 300 beziehungsweise 200 Mark pro einfacher Fahrt zu zahlen.

Genaue Rechner werden allerdings vom 2. Juni an vermehrt auf die Sparpreis- und Supersparpreis-Angebote zurückgreifen, mit denen man dann in einem Monat einmal durch ganz Deutschland hin- und zurückreisen kann zum Supersparpreis von 180 in der zweiten und 270 Mark in der ersten Klasse inklusive ICE-Zuschlägen, jedoch nicht an Freitagen und Sonntagen. Für den Sparpreis, der auch an Wochenenden gilt, werden 220 beziehungsweise 330 Mark verlangt.

Wer freilich im neuen Kursbuch nach den billigeren D-Zügen fahndet, wird vielfach Fehlanzeige erleben. Sie sind aus „Takt“-Gründen zugunsten vieler neuer InterRegio-Züge gestrichen worden, die auf den neuen Strecken die kürzeren Regionalverbindungen herstellen. Geblieben sind einige der Urlaubs-FD-Züge mit Start in Hamburg, dem Ruhrgebiet, Rheinland und in Berlin, etwa die Ferienzüge ins Allgäu, zum Bodensee, nach Garmisch, zum Königssee oder in den Bayerischen Wald.