Schon jetzt stehen die Niederlande ganz im Zeichen der großen Rembrandt-Ausstellung, die vom 4. Dezember an im Amsterdamer Reichsmuseum zu sehen sein wird. Viele Touristikunternehmen haben ihre Programme ganz auf Rembrandt zugeschnitten.

Der Kartenverkauf ist auch in rund 3500 deutschen Reisebüros bereits angelaufen (Eintrittspreis: 25 Mark). Verfahren wird dabei nach dem Block-Eintrittssystem, das sich schon bei der Van-Gogh-Ausstellung im letzten Jahr bewährt hat: Einlaß ist zwischen 10 und 18 Uhr nur zu jeder vollen Stunde möglich, bleiben darf man nach Belieben bis 20 Uhr.

Beim Bonner Institut für Bildungsreisen sind zwei- bis fünftägige „Amsterdam-Rembrandt-Packages“ mit Abstechern nach Leiden oder Utrecht in Vorbereitung, die von August an gebucht werden können. Kosten: von 150 Mark an für eine Nacht bei eigener Anreise inklusive Grachtenfahrt mit dem „Museumsboot“ und Besuch von begleitenden Ausstellungen im Rembrandthuis und im Jüdisch-Historischen Museum. Geplant sind ferner mit der Museumskarte gekoppelte ermäßigte Zugfahrten.

Das auf kunsthistorische Reisen spezialisierte Amsterdamer Reisebüro Artifex Travel bietet schon jetzt individuell zugeschnittene Rembrandt-Gruppenreisen an. Grundbausteine einer Fünf-Tage-Rundreise: kunsthistorische Einführungsvorlesung, Amsterdam-Rundfahrt und Museumsbesuche in Utrecht, Den Haag, Dordrecht und Leiden (im Fünf-Sterne-Hotel inklusive Vollpension und Extras wie Konzertbesuch: bis zu 4000 Mark). „Rembrandt-Grachten-Touren“ mit Stopps beim Reichsmuseum, Rembrandthuis und seinem Grab in der Westerkerk bietet in schlichterer Form für rund zehn Mark seit April an jedem Wochenende auch der Amsterdamer „Canal-Bus“ an (von Dezember an täglich).

Für diejenigen, die trockenen Fußes auf den Spuren des alten Meisters wandeln wollen, haben die Fremdenverkehrsämter in Amsterdam und Leiden Rembrandt-Spaziergänge vorbereitet. Leiden, die Universitäts- und Museumsstadt, die nach Jahren der Vernachlässigung jetzt touristisch besonders aufrüstet, stellt Rembrandt-Spaziergängern auch einen Führer zur Verfügung (von circa 85 Mark an für zwei Stunden).

Mit dem ganzjährigen Wochenend-Hotel-Arrangement (Übernachtung, Frühstück und Eintritt in eines der vierzehn Museen von fünfzig Mark an) hofft Leiden, schon vor dem großen Ereignis mehr Touristen anzulocken. Von Dezember an können diese Pauschalen dann mit den Sonderausstellungen der Stadt kombiniert werden: Das Städtische Museum De Lakenhai demonstriert anhand von Werken und Dokumenten Rembrandts Verhältnis zu Jan Lievens, mit dem er sich in Leiden ein Atelier teilte. Im Mühlenmuseum De Valk kann nachempfunden werden, wie der Müllersohn einst heranwuchs; und an der Stelle, wo sein Geburtshaus stand, will man durch Hell-Dunkel-Spielereien und Diaprojektionen mit einem „Panorama kaleidoskopischer Effekte“ beeindrucken.

Weitere Auskünfte: VW Amsterdam: Tel. 0031-20/626 64 44; VW Leiden: Tel. 0031-71/14 68 46; Artifex Travel: 0031-20/20 81 12; Canal-Bus: Tel. 0031-20/23 98 86.

Kerstin Schweighöfer