DIE ZEIT

Mark und Macht

Die Mark hat an Kraft verloren. In den vergangenen Wochen büßte sie gegenüber dem Dollar gut ein Fünftel ihres Wertes ein. Der Kursverlust deutet auf einen Vertrauensverlust hin.

Einigkeit

Sollten die Abgeordneten des Bündnis 90/Grüne bis zum Ende des Gesetzgebungsverfahrens bei der Fahne bleiben, dann wäre dies der erste Fall, in dem der „Verfassungsbogen“ von der Union bis zu den ostdeutschen Bürgerbewegungen trägt.

Beelzebub

Siege sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Während die Amerikaner noch ihre heimkehrenden Helden bejubeln, entpuppen sich die Erfolge der „Operation Wüstensturm“ immer mehr als Fata Morgana: Die vom Golfkrieg angestoßenen Friedensbemühungen im Nahen Osten geraten inzwischen schon wieder in altbekannte Sackgassen; der durch die alliierten Schläge weitgehend entwaffnete Saddam Hussein beginnt auf jordanischen Schleichwegen mit der Wiederaufrüstung; im befreiten Kuwait waltet statt der erhofften Liberalisierung eine Vendetta gegen echte oder vermeintliche Kollaborateure.

Zeitspiegel

Das Gebell der Rehböcke, Grillengezirp, Froschgequake – Sommernachtsträume in diesem Frühjahr, das nicht so recht gelingen will.

Worte der Woche

„Den Makel, ein Ossi zu sein, schüttelst du am besten ab, indem du, wie vor dir schon vier Millionen, westwärts aufbrichst und dort bald mit den Wölfen heulst und bald mit den Schafen blökst.

„Ich setze auch jetzt auf Sieg“

ZEIT: Herr Bundeskanzler, Sie haben in Ihrem politischen Leben schon viele Berg- und Talfahrten erlebt. Einsamen Höhepunkten folgten katastrophale Niederlagen.

Ohne jeden Zweifel

Die Elefantenherden, die den Schreibtisch von Juliane Weber im Vorzimmer Helmut Kohls bevölkern, sind über die Jahre so zahlreich geworden, daß sie kaum mehr Platz für Akten lassen; und die Natursteine, an denen der Sammlerehrgeiz des Bundeskanzlers hängt, türmen sich in den Wandregalen seines Arbeitszimmers bis unter die Decke: Die Fülle macht deutlich, daß sich die Kanzlerjahre akkumuliert haben.

KOLUMNE: Was die anderen von den Deutschen erwarten

Was habe sich mit der Wiedervereinigung für die Bundesrepublik Deutschland tatsächlich verändert – außer daß Deutschland größer geworden sei? fragte mich ein bekannter britischer Korrespondent in Bonn, als die Einigung vollzogen war.

Nachlese: Reform der Bayern-SPD: Ein Gesamtkunstwerk?

Es waren einmal drei starke Fürsten, die wollten von ihren Besitztümern nicht lassen. Nach vielen Jahren des Haders aber zerfiel ihre Macht, und ein jeder beschloß, sein Zepter abzugeben an eine Königin, die fortan das geeinte Reich regieren sollte.

Pakt mit dem Teufel

War es bereits der erste Schritt zu einem selbstverwalteten Kurdistan, oder handelte es sich um einen „Pakt mit dem Teufel“? Das Autonomie-Abkommen zwischen Saddam Hussein und Dschalal Talabani, dem Führer der Patriotischen Union Kurdistans, stößt bei der Anti-Saddam-Koalition auf große Skepsis.

Weltbühne: "Modell Südtirol"

Das Europa der Vaterländer, zumal jener wiederentdeckten im Osten, die ihren (Stief-)Mutterstaaten den Rücken kehren, hat es schwerer denn je.

Ein deutscher Alptraum

Ostermontag, 1. April 1991, Kaiser-Friedrich-Ring 71 in Düsseldorf-Oberkassel, 23.30 Uhr. Ein Schuß zerreißt die nächtliche Stille des Düsseldorfer Nobelviertels.

Sprengstoff von der Stasi

Berlin, 25. August 1983, Kurfürstendamm: Bombenanschlag auf das „Maison de France“. In ihm sind das französische Generalkonsulat, das Kulturzentrum und ein Kino untergebracht.

Welche Rolle war dem obersten Devisenjongleur der SED nach dem Ende des Honecker-Regimes zugedacht? Egon Krenz hatte Großes mit ihm vor. Doch die Kräfte um Hans Modrow versuchten, ihn als Blitzableiter für den Volkszorn zu benutzen. Aus den Koffern des Alexander Schalck-Golodkowski – Teil III und Schluß.: Vom Retter zum Sündenbock

Die Staatssicherheit hatte wieder einmal gute Arbeit geleistet: Als der Generalstaatsanwalt der DDR im Frühjahr 1990 ein ausgewähltes Pressepublikum durch Alexander Schalck-Golodkowskis Ostberliner Haus führte, waren die Räume nicht nur gut aufgeräumt, sondern auch besonders mediengerecht eingerichtet.

Wolfgang Ebert: Tatort Wahlzelle

Das volle Ausmaß des verheerenden Schadens, den der Wahlausgang in Rheinland-Pfalz angerichtet hat, läßt sich noch nicht überblicken.

Angst vor der Tradition

Es ist schon verwunderlich, wenn gerade jetzt verkappte preußische Generäle auf der Hardthöhe enttarnt werden, die sich anschicken, das Barett gegen die Pickelhaube tauschen zu wollen.

Baden-Württemberg: Armer Schlucker

Die Fragen, die die Mitglieder des Stuttgarter Landtags Untersuchungsausschusses, der „die Unabhängigkeit von Regierungsmitgliedern und Strafverfolgungsbehörden“ überprüfen soll, bringen Lothar Strobel sichtlich in Mißstimmung.

Seel-Sorgen

Die große Mehrheit der Bevölkerung der ehemaligen DDR hat ja in vier Wahlgängen den Anschluß nach Artikel 23 bestätigt. Nun ist es natürlich für westliche Kirchenvertreter nicht ganz einfach zu begreifen, daß mit der DDR die evangelische Kirche Ost nicht untergegangen ist.

Folgenschweres Doppelleben

Waschmittel, Zigaretten, Bier oder Thüringer Bratwürste: In Deutschland Ost und West gibt es Ärger mit gleichlautenden Marken

Bonner Kulisse

Die Anhebung der Steuern hat nicht nur den Ruf der Bundesregierung bei den Wählern lädiert, sie erschwert jetzt auch Bundesfinanzminister Theo Waigel die Verhandlungen mit seinen Kabinettskollegen über den Bundeshaushalt 1992.

Wilfried Herz:: Mehr geben – aber mit Verstand

Die Deutschen nerven ihre Verhandlungspartner auf internationalen Konferenzen mit einem neuen Thema: Es müsse – so ihre Forderung – ein global burden sharing, eine gerechtere Verteilung der Lasten her.

ZEIT/Südprojekt-Prognose: Feuerwerk der Phantasie

Damit hatten weder Zinspäpste noch Börsengurus gerechnet: Während sich die Vereinigten Staaten mitten in einer Rezession befinden und sogar die großen Banken an der Wall Street laufend Mitarbeiter auf die Straße setzen müssen, boomt der amerikanische Aktienmarkt wie in den besten Wirtschaftswunderjahren.

Markt-Report: Vergebliche Anläufe

Der deutsche Aktienmarkt ist immer noch nicht wieder in das Blickfeld der internationalen Anleger gerückt. Entsprechend niedrig sind die täglichen Börsenumsätze.

Rätselraten

Der Aufschwung Ost: Kommt er? Kommt er nicht? Und wenn – wann? An diesem Ratespiel beteiligen sich seit Monaten Politiker und Wirtschaftsexperten mit Inbrunst – und wenig Erfolg.

Manager und Märkte

„Super! ZeitungStart mit halber Kraft Treuhandanstalt: Zuschlag an den Falschen Mondadori: Medienstreit beendet

Wirtschaftsbuch: Spott über die „Vampire“

Kein Zweifel, der Mann ist ein Polemiker. Doch gerade das hat ihn bekannt gemacht: Hans Dieter Meyer, exponiertester Kritiker des deutschen Versicherungswesens, kippt seit Jahren Kübel voller Spott und Schimpf über der Branche aus.

Autoseller: Rekorde im März

Trotz Staus, Preiserhöhungen der Hersteller und steigender Benzinkosten – die Leidenschaft der Deutschen für das Auto kühlt nicht ab.

Multikulturell

Die Senior High School in Miami Beach besuchen 2100 Jugendliche aus 67 Nationen. Die zwölf- bis siebzehnjährigen Schüler einer Oberschule am Rande der Großstadt Los Angeles sprechen über dreißig verschiedene Sprachen.

Eine ZEIT-Serie.: Johnny kann nicht lesen

Das mächtigste Land der Erde verliert seine industrielle Basis. Marode Infrastruktur, zunehmendes Analphabetentum und öffentliche Armut lähmen den Wirtschaftsriesen.

Zum 1. Mai: Arbeit – was ist das?

Wir leben in einer Arbeitsgesellschaft. Auch wenn sie fatalen Umweltschmutz aufwirbelt, behält Arbeit die Bedeutung, die Adam Smith und Karl Marx ihr gaben: Quelle allen Reichtums, Maß aller Dinge.

Die Nähe zum Osten wäre ein Vorteil

WARSCHAU. – Zugegeben, ich verfolge den Verlauf der Diskussion um die Frage Bonn oder Berlin nicht. Ich weiß nur, daß es Fürsprecher und Gegner der Verlegung der deutschen Hauptstadt nach Berlin gibt.

„Ohne uns“ ist keine Politik

BONN. – Realpolitik in den Dimensionen von Krieg und Frieden fällt uns Deutschen auch nach der Vereinigung schwer. Die Arbeit an einer zukunftsträchtigen Friedens- und Sicherheitsordnung in Europa kann auch ohne Visionen gar nicht auskommen.

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