Von Günther Nenning

Wir haben beinah schon alles probiert, daß die Zeit vergeht", sang Helmut Qualtinger, und das ist, wie alles gute Kabarett, Einladung zur Metaphysik.

Daß die Zeit vergeht, dieses fade, schreckliche Äon, in dem die Menschen zu Milliarden und aber Milliarden den Erdball überziehen wie giftiger Schleim – dieses Zeitalter zu Ende zu bringen, muß wirklich beinah alles probiert werden.

Kriege, noch so viele, noch so blutige, bringen’s nicht: Bald danach gibt’s nicht weniger Menschen, sondern mehr.

Allgemeine Umweltvergiftung hilft schon eher – aber ist das eine gerechte Lösung? Die ganze, wunderbare Schöpfung muß sterben: nur damit die Räuber- und Mörderspezies Homo endlich verschwindet?

Aids – ja, das wäre dann die Strafe Gottes, ähnlich, wie er sie auch bei den unschuldigen Kaninchen anwendet, wenn sie sich allzu rasend vermehren. Dann kommt die Myxomatose, so eine Art Kaninchen-Aids, und sie sterben alle, bis auf wenige. Und die gehen’s dann wieder neu an.

Also Keuschheit! – die christliche Lösung. Schluß mit dem öden Rein-Raus-Spiel; wir vermehren uns einfach nicht mehr. Wie die Ratten, die den Menschen an Zahl, Freßgier, Giftfestigkeit so ähnlich sind: Wenn es zu viele werden, hören sie, die so unermüdlich Sex treibenden, rätselhaft plötzlich auf. Hormonell indizierte Gebärmutterschrumpfung, meint die Wissenschaft.