Es soll Leute geben, die verschwenden keinen einzigen Gedanken daran, was der Urlaub wohl in diesem Jahr wieder kosten darf, kann, wird. Sie stecken sich ein paar Travellerschecks in die Hosentasche, setzen sich aufs Fahrrad und strampeln einfach los, durch die Sahara oder quer durch Neuseeland oder so. Wir gehören nicht zu diesen Glückseligen, die sich um nichts sorgen.

Es soll auch Leute geben, die lassen ein First-class-Ticket für einen Flug rund um die Welt buchen, mit Stopp auf Hawaii, den Fidschis, den Bahamas, in Bangkok und San Francisco, dazu überall eine Suite im besten Hotel, und den Rest regelt die Kreditkarte. Leider gehören wir auch zu dieser Gruppe nicht.

Bei uns soll alles seine Ordnung haben. Wir wollen unser Reisebündel geschnürt bekommen, überschaubar, kalkulierbar, jeder kostspieligen Eventualiät aus dem Wege gehend: Charterflug, Transfer vom Flughafen, Übernachtung, Halbpension. Tischwein inbegriffen, Mietwagen ebenso. Sonne zum möglichst günstigen Festpreis, im voraus bar bezahlt.

Doch jedes Mal wieder läuft es schief. Durch jahrelanges Pauschalreisen gewieft, wissen wir allerdings längst, daß nie wir es sind, die das Schnäppchen machen vom Supersondersparpreis. Weil nie die Werbeofferte mit unseren Ferienterminen, unserer Urlaubsdauer, unserem Abflughafen und unserem Geburtsdatum übereinstimmt. Also ist uns beim Aufschlagen des Kataloges schon klar, daß wir auch in diesem Jahr wieder nicht das Los ziehen: "Eine Woche Mallorca zu 539 Mark."

So addieren wir wie in Trance Aufpreis für Halbpension, Aufpreis für unseren exotischen Abflughafen Hamburg, Aufpreis für Reisezeit C, Aufpreis für Balkon und Meerblick zusammen, bis der pauschale Reisepreis von uns pauschal ermittelt ist. Ab ins Reisebüro. Nichts ist doch so praktisch, wie eine Pauschalreise zu buchen. Doch wie gesagt, jedes Jahr läuft wieder irgendwas schief. Aber so verrechnet wie heuer haben wir uns noch nie.

Die Reiserücktrittskostenversicherung. Die wollten wir doch nie wieder vergessen. Also schnell noch mal 20 Mark drauf. Auch teurer geworden. Das war’s dann aber.

Das Rundumsorglospaket. Obwohl wir uns jedes Jahr schwören, darauf zu verzichten, legen wir noch mal 49 Mark dazu. Wir lieben es ja ordentlich. Daß sich unsere Mallorca-Woche nun von knapp über fünfhundert Mark schon bedenklich an die Tausendergrenze anpirscht, ficht uns nicht an, da wollen wir auch gar nicht kleinlich sein. Man gönnt sich ja sonst nichts. Aber die 24 Mark?