Wenn das Herz des amerikanischen Präsidenten flattert, zittert die Nation. „Nur kluge und weitsichtige Athleten – eine kleine Riege“ – seien den Belastungen des Amtes gewachsen, behauptete einst Woodrow Wilson. Körperlich zumindest entspricht George Bush diesem Maßstab; der motorisch überentwickelte Mann im Weißen Haus betreibt mehr Sport als jeder seiner Vorgänger. Seit dem Wochenende jedoch weckten Herzrhythmusstörungen Zweifel an seiner Fitneß.

Die .Diagnosen aus berufenem und unberufenem Munde schufen bisher wenig Klarheit. Haben erst der Golfkrieg und nun eine Skandalwelle in seiner Administration Bush zu sehr zugesetzt? Oder mußte der 66jährige schlicht seinem Alter Tribut zollen? Was immer seinen Kreislauf durcheinanderbrachte, das Bild vom kerngesunden Präsidenten hat erst einmal Sprünge bekommen.

Jäh entdecken nicht bloß die Amerikaner, wer „nur einen Herzschlag“ vom Präsidentenamt entfernt ist. Bisher haben sich mit J. Danforth Quayle hauptsächlich die Spötter beschäftigt. Jetzt gilt dem umstrittenen Vizepräsidenten das besorgte Augenmerk aller. Athletisch mag er ja sein, sonst aber hat sich Quayle für den Chefposten bisher nicht empfohlen. Selbst Bush-Gegner sehen deshalb Grund, für die Gesundheit des Präsidenten zu beten. D. B.