Von Robin Detje

DER BARON: Und wie beantwortet die Erzieherin diese Extravaganz meiner Nichte? Denn ein solches Benehmen muß man so nennen.

Alfred Musset: „Man spielt nicht mit der Liebe“

Armin Holz ist kein Phantom. Es gibt ihn wirklich. 1988, da war er noch Regieschüler an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule, hat er in einem Gewächshaus „Bunbury“ von Oscar Wilde eingerichtet und ist von der Lokalpresse grausam verrissen worden. Im Regisseursberuf muß man ständig auf sich aufmerksam machen, wenn man bemerkt werden will. Folglich hat man von Armin Holz nach „Bunbury“ drei Jahre lang nichts gehört.

Auch Michael Zochow gibt es, den berühmten unbekannten Dramatiker. Seit langem wünscht er sich Armin Holz als Uraufführungs-Regisseur seiner Theaterstücke, und nie wird ihm dieser Wunsch erfüllt. Statt dessen erlebt Zochow Uraufführungen, die seine Werke auf gespenstische Weise Stück für Stück vernichten. Während man von ihrem Autor eigentlich nur weiß, daß sein Onkel wahrscheinlich der Bürgermeister von Jerusalem ist.

Michael Zochow hat für Armin Holz das Stück „Man spielt nicht mit der Liebe“ von Alfred de Musset neu übersetzt – und ein paar Lieder hinzugedichtet. In Holz’ Inszenierung spricht Ortrud Beginnen die „Ballade an den Mond“ vom Band: „Bist Himmelseinaug du? / Welch Engelstrick dazu blinzt, grinst / aus deinem Graugespinst?“

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