SCHUMACHER: Das stimmt. Ich gehöre zu einem Team. Ich habe als Tormann die passive Rolle. Ich kann nicht zurückschlagen. Ich stecke nur ein. Ich bin dafür da, die Fehler der anderen auszubügeln. Ich mache die Drecksarbeit. Angenommen, ich bekomme, wie man so sagt, ein Tor durch die Hosenträger und halte dann zwei Elfmeter, so haben wir, wenn meiner Mannschaft nichts mehr gelingt, trotzdem verloren. Ich kann zwar sagen, hätte ich nicht die beiden Elfmeter gehalten, wäre das Ergebnis noch schlechter. Aber wen interessiert das?

Warum sind Sie nicht Stürmer geworden? SCHUMACHER: Weil ich nun einmal die Gabe habe, besser als jeder andere Bälle zu fangen, obwohl ich viel lieber an der Front kämpfen würde. Hätte ich Geld gehabt, wäre ich Autorennen gefahren. Dann wäre ich jetzt entweder Weltmeister oder beim lieben Gott.

Sie meinen, tot.

SCHUMACHER: Ja.

Um Weltmeister zu werden, hätten Sie Ihr Leben aufs Spiel gesetzt.

SCHUMACHER: Ja, aber darüber denkt man nicht nach. Ich denke, wenn ich mich dem Gegner, bevor er schießt, vor die Füße werfe, auch nicht, daß er mir vielleicht ein Auge austritt. Ich habe mich mit Leib und Seele dem Sport verschrieben. Ich habe mit gebrochenen Fingern gespielt, gebrochenem Nasenbein, Nierenquetschungen, gebrochenen Rippen. Meine Kreuzbänder sind gerissen, die Menisken herausoperiert. Ich habe eine schwere Arthrose. Das schmerzt ununterbrochen. Ich gehe mit Schmerzen schlafen und stehe mit Schmerzen auf.

Sie haben sich selbst zerstört.