Kurz vor Saisonbeginn wird fast überall geräumt und gefegt

Von Claudia Diemar

Stavros räumt die ersten Stühle auf die Terrasse, die noch gefegt werden muß, und gibt zum Willkommen einen Ouzo aus: „Wir haben schon gedacht, in diesem Jahr kommt keiner mehr“, sagt er, „und jetzt plötzlich sind sie doch auf einmal da. Wir haben Glück gehabt.“

Angst ging um in diesem Winter unter allen, die auf Kreta vom Tourismus abhängig sind. Der Golfkrieg. Kreta schien zu gefährlich als Schauplatz für das ungetrübte Urlaubsglück. Und als der Krieg beendet war, zögerten viele noch oder hatten sich bereits anderweitig festgelegt.

Doch buchstäblich in letzter Minute kam es anders. Zumindest für uns. Last-Minute-Angebote versprechen bekanntlich erheblichen Rabatt. Auch wir hatten erst knapp zwanzig Stunden vor Abflug gebucht, ein Reiseziel, das wir am Vortag noch nicht einmal erwogen hatten.

Vor der Landung in Heraklion dreht die Maschine eine Warteschleife und verhilft uns zu einem kostenlosen Rundflug über die Insel. Die Berge tragen noch Mützen aus Schnee, doch das Land leuchtet bereits in einem saftigen Grün, das geradezu künstlich wirkt. Die Luft auf dem Rollfeld flirrt wie in Sommerhitze, 22 Grad im Schatten.

Noch gelten die alten Preise