Für viele sind sie ein Skandal: hohe Militärausgaben der Entwicklungsländer. Die exportierenden Industriestaaten und die herrschenden Eliten in der Dritten Welt haben es freilich jahrzehntelang geschafft, ihre Waffengeschäfte aus der Diskussion auszublenden. Internationaler Währungsfonds (IWF) und Weltbank, sonst mit harten Eingriffen nicht zimperlich, hielten sich bei diesem Thema auffällig zurück. Sicherheitspolitik sei ein politisches Problem, und sie seien dafür nicht zuständig, begründeten sie ihre Nichteinmischung.

Damit könnte es nun vorbei sein. Auf seiner Frühjahrstagung forderte der Entwicklungsausschuß des IWF und der Weltbank, es müsse untersucht werden, inwieweit exzessive Ausgaben für die Rüstung in Programme zur Bekämpfung der Armut umgeschichtet werden können.

Der scheidende Weltbank-Präsident stieß mit der Bemerkung nach, wenn einige Länder für ihr Militär mehr ausgeben als für Gesundheit und Bildung zusammen, könne die Weltbank sehr wohl kritisch nachfragen: Schließlich beeinträchtige dies das Entwicklungspotential eines Landes. Bleibt abzuwarten, ob diesen Worten auch Taten folgen. Die Industriestaaten werden nicht widerstandslos auf ihre angestammten Märkte verzichten, th