Pünktlich um 23 Uhr hebt der Jumbo ab, steigt mit donnerndem Getöse auf, der Abstand zum kleinen Koralleneiland wird immer größer. Das Fahrwerk klinkt ein. Ein nächtlicher Transatlantikflug beginnt.

Ein herrlicher Urlaub war das. Jetzt noch gemütlich ein bißchen dösen, den letzten Tagen nachträumen, bevor der Streß zu Hause wieder anfängt.

Ein Beutelchen Nüsse? Ein Drink? Unsere Stewardessen sind noch ganz frisch und knitterfrei. Wir nicht. Wir haben unseren weißen Tropenstrand bis zur allerletzten Sekunde ausgenutzt. Müde macht so was. Und die Warterei am Flughafen. Nur schlafen.

Nach Schampus und Gin Tonic verebben die freundlich ausgetauschten Urlaubsgeschichten. Vereinzelt tönen schon Schnarchlaute aus der trägen Menge.

Es ist kurz nach Mitternacht. Essenszeit. Fünf Gänge haben sich die Gourmets vom Catering-Service für uns ausgedacht, drei Hauptgerichte zur Wahl. Die letzten, die ihren Minitisch matt aus der Lehne des Vordersitzes klappen, legen mit dem Horsd’oeuvre gegen halb eins los. Morgens.

Versuchsweise Einnickenden hält der freundliche Flugkapitän ein kräftiges Welcome über die Lautsprecheranlage entgegen. Der Sitznachbar, dank reichlich genossener Digestifs schon ein wenig eingelullt, fährt erschrocken und schuldbewußt hoch. Schließlich ist der Kapitän auch noch wach und munter. Der erzählt derweil vom Wetter, der Flugroute, was es wann und wo da unten bald zu sehen gebe. Und daß wir die Uhren schon mal vorstellen sollen. Zu Hause ist es jetzt 7.30 Uhr. Ende der Durchsage.

Begnadete fallen sogleich in den Dämmerschlaf zurück. Sehr voreilig allerdings. Denn nun verschafft sich, noch etwas lauter als der Kapitän, der Chef-Purser übers Mikrophon Gehör. Die sanft Eingeschlummerten richten sich folgsam wieder auf, da und dort klirren Gläser auf den Boden. Mein müdigkeitsgeplagter Nachbar greift schreckhaft nach vorne – und erwischt die Frisur der Vorderfrau. Die Dame stöhnt vernehmlich auf. Nun ist ihr Gatte auch wieder hellwach und ruft empört nach Ruhe.