DIE ZEIT

Mit der Geduld am Ende

Als Bundesbankpräsident Karl Otto Pohl und Bundesfinanzminister Theo Waigel am vergangenen Wochenende aus Luxemburg zurückkehrten, da konnten sie einen glänzenden Erfolg vorweisen.

Blinder Zorn

Der Eier-Tumult von Halle bestätigte dramatisch, was man schon vorher wußte: Die Sicherheitslage in den neuen Bundesländern ist prekär.

Tiefer Fall

Das Oberste Gericht in Johannesburg hat die Bürgerrechtlerin Winnie Mandela wegen Entführung und Beihilfe zur Körperverletzung zu sechs Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt.

Was geht uns schon Jugoslawien an?

Es läßt sich nicht länger übersehen: In Europa herrscht die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Im Westen lautet die Parole: Ausgleich, Annäherung, Integration; die Europäische Gemeinschaft streitet um ihre Gesamtidentität in der Welt, nicht um die Einzelprofile ihrer Mitglieder.

Maus und Mensch

Am Röhrchen hängt das Mausemännchen, macht Klimmzug und zeigt, was es zum Männchen macht. Das Zeitungsphoto verkündet die Sensation: Den Gentechnikern ist es gelungen, aus einer Maus einen Mäuserich zu machen.

Worte der Woche

„Wenn sämtlicher Blödsinn, den junge Leute jedweder politischer Couleur schon begangen haben, mit einem politischen Bückling der Gesamtpartei beantwortet werden müßte, käme mancher überhaupt nicht mehr hoch.

Zeitspiegel

So mancher Geschäftemacher hat, zumal mit Westprodukten, aus der deutschen Einheit Honig gesogen. Im Regen stehen oft die Ostdeutschen – wie auch das Beispiel der Ostberliner Imker beweist.

Ein Gruß über die Ost-West-Straße

Ich habe wohl an die fünf Jahre insgesamt gegen ihn prozessiert, im größeren Prozeß erfolglos, im kleineren erfolgreich. Am Ende erging jeweils ein gerechtes Urteil.

Niemals hat er nur gemümmelt

Über die CDU: „Nach einer schließlich bis fast auf das Äußerste durchgeführten Staatswirtschaft ist eine Partei des Individualismus eine ganz natürliche Erscheinung, und man sollte ihre Aussichten nicht unterschätzen.

Zu schön, um wahr zu sein

Das Treffen in Irsee hat die Atmosphäre zwischen CDU und CSU gereinigt, aber das Mißtrauen bleibt

Parteispenden: Das Ende einer Affäre

Mit dem Urteil gegen den CDU-Bundesschatzmeister Walther Leisler Kiep ist der letzte große Parteispendenprozeß in der Bundesrepublik zu Ende gebracht worden.

KOLUMNE: Die Chance des Anfangs

Der Krieg, so meinte Heraklit vor über zweitausend Jahren, sei der Vater aller Dinge. Der Satz war wohl immer ebenso falsch wie mißverständlich.

Indien vor den Parlamentswahlen: Der unregierbare Riese

Vor dreißig Jahren antwortete Indiens erster Premierminister, Jawaharlal Nehru, auf die Frage nach seinem Vermächtnis für Indien: "Ich hoffe, daß die 400 Millionen Menschen hier in der Lage sind, sich selbst zu regieren.

Weltbühne: Genscher – out of area

Zeichen der Zeit, gesehen in einem Merkblatt der 1. Luftlandedivision aus Bruchsal (Eichelbergkaserne): „Nicht mit der Hand in unübersichtliche Stellen greifen.

Rückblick: Führungskrise in Frankreich: Abgang ohne Anlaß

Diesem unmöglichen Paar wurde die Scheidung schon in den Ehevertrag geschrieben. Seit Präsident François Mitterrand und Ministerpräsident Michel Rocard die französischen Staatsgeschäfte bestimmen, lauern die Kommentatoren auf den großen Krach.

Bonner Bühne: Der Eierkrieg

Während sich das Parlament im Reichstag polemisch routiniert stritt über die Steuergesetze und den Stellenwert, den die Debatte über eine neue Verfassung einmal gewinnen soll, ging es in den Wandelgängen um die Sache.

Der Traum vom Paradies

Der Filmklassiker „Rashomon“ des japanischen Regisseurs Akira Kurosawa basiert auf einer scheinbar simplen Geschichte, die immer komplexer wird, je öfter die Perspektive wechselt.

Blühend

Und Werder blüht doch. Alle Blütenträume konnten Frost und Frust nicht kaputtmachen. Die neuen Politiker besannen sich auf alte Bräuche.

Berlin: Biedermeier aus Bonn

Vor dem Reichstagsgebäude schieben jetzt Bulldozer Erdhaufen zusammen, stapeln Bagger aus dem Boden gerissene Granitplatten, die Baustelle ist eingezäunt.

Bärendienst

„Die Eltern sind von diesem Beschluß völlig überrascht worden“, berichtet die Gewerkschafterin Hildegard Merten. „Sie dachten, die Atmosphäre habe sich in den letzten Jahren entspannt, und nun müssen sie fürchten, es gehe schon wieder gegen sie.

Sie mögen uns nicht

„Angesichts der schwierigen nationalen Lage ist momentan nicht der Zeitpunkt, das klassische Verständnis von Mann und Frau zu ändern.

Teuer, aber unentbehrlich

Die Bundesregierung will den Bürgern noch in dieser Legislaturperiode eine überfällige Wohltat verordnen. Bis zum Herbst soll das Konzept für eine Pflegeversicherung stehen.

Aus eins mach zwei

Der Bremer Finanzsenator Claus Grobecker meldet für die ärmsten der alten Bundesländer einen überraschenden Anspruch an: "Nach Abschluß der Verhandlungen wollen Bremen und das Saarland finanziell mit den ostdeutschen Ländern gleichgestellt werden.

Bonner Kulisse

Getreu der von vielen Politikern überstrapazierten Erkenntnis, daß Wirtschaftspolitik zur Hälfte Psychologie sei, läßt Bundesfinanzminister Theo Waigel Gutes aus der ehemaligen DDR berichten.

Heinz-Günter Kemmer:: Konsens statt Konflikt

Wenn Jürgen Möllemann die Bergleute provozieren wollte, dann hat er das glänzend eingefädelt. Denn just als die Bergarbeitergewerkschaft in Dortmund ihren Kongreß veranstaltete, veröffentlichte die in Dortmund erscheinende Westfälische Rundschau ein Interview mit dem Bundeswirtschaftsminister, in dem er mit gewohnt markigen Sprüchen Zweifel am Bestand des sogenannten Jahrhundertvertrags anmeldete.

Sowjetunion: Heilsam

Normalerweise wäre gegen das Verhalten der Sowjets nichts einzuwenden. Staatsaufträge sollen an die günstigsten Anbieter gehen, auch wenn – etwa in Entwicklungsländern – das Geld dazu aus dem Ausland kommt.

Rudolf Engen: Bumerang-Strategie

„In unserer Gesellschaft“, sagt EMMA-Direktionsassistent Dr. Günter P., „ist es nicht so wichtig, die Probleme wirklich in den Griff zu bekommen.

Ostdeutschland: Auftrieb für die Zweifler

Am Ende sind alle überrascht. Trotz des brisanten Themas: kein lauter Wortwechsel, keine Beschimpfungen. Nach anderthalb Stunden wird ein zweites Treffen vereinbart, ohne eine Spur von Feindseligkeit.

Wirtschaftsbuch: Adam Smith war anders

Folgt man dem Ökonomen Joseph Schumpeter, dann ist Adam Smith’ "Untersuchung über die Natur und die Ursachen des Wohlstands der Nationen" das erfolgreichste wissenschaftliche Buch, das die Welt je gesehen hat.

Sieg der Amigos

Nach dem Rücktritt der Wirtschaftsministerin Zelia Cardoso de Mello regiert wieder das Establishment

Infrastruktur in Nöten

Im Jahre 1989 starb in New York ein Autofahrer, nachdem ihm auf der Roosevelt-Brücke ein abgebrochener Betonbrocken in die Frontscheibe gefallen war.

Keiner schlug den Dax

Nach Ansicht des Bundesverbandes der Investmentfondsgesellschaften verhalten sich die Sparer völlig falsch: Wenn die Zinsen niedrig und die Chancen auf Kursgewinne gering seien, bevorzugten die Anleger Rentenfonds, während sie in gewinnträchtigen Hochzinsphasen gerade diese Fonds vernachlässigten.

Reifenindustrie: Tödliche Ungewißheit

Wer in dem geplanten Einzug von Guiseppe Vita in den Aufsichtsrat des deutschen Reifenkonzerns Continental einen ersten Erfolg des Großaktionärs Pirelli vermutet, der ist wohl auf falscher Fährte.

Golf-Defizit

Mit einem Rekorddefizit von 5,3 Milliarden Mark hat die Leistungsbilanz der Bundesrepublik im März abgeschlossen. Hauptursache dieser Entwicklung waren die Zahlungen in Höhe von 6,5 Milliarden Mark, die die Deutschen zur Finanzierung des Golfkriegs an die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten zahlten.

Manager und Märkte

Daimler-Benz: Manager sind unzufrieden Deutsche Bank: Konkurrent war schneller MGM: Parretti muß Aktien verkaufen

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