Am vergangenen Wochenende trafen sich rund dreihundert Grüne in Frankfurt und beschlossen, aus der Partei auszutreten und eine neue zu gründen. Ökologische Linke/Alternative Liste soll sie heißen. Nachdem die Grünen auf ihrer letzten Bundesversammlung die Rotation und vergleichbare „basisdemokratische“ Errungenschaften abgeschafft hatten, war für die in Frankfurt versammelten Linken das Ende einer „Rechtsentwicklung“ erreicht, in der die Grünen zu „kapitalfreundlichen Opportunisten und Kleinbürgern“ verkamen.

Die Schar der Ausgetretenen wird von Jutta Ditfurth angeführt, die sich zwar selber „Radikal-Ökologin“ nennt, aber ein reines Sozialismus-Konzept vertritt. In ihrem jüngsten Buch „Lebe wild und gefährlich“ sind alle Thesen des traditionellen Antikapitalismus und Antiimperialismus versammelt. Die Pointe ist, daß die um Ditfurth versammelte Gruppe zu einem Zeitpunkt aus der Partei austritt, zu dem das Linke Forum zur stärksten Kraft auf grünen Bundesversammlungen wird. Der Sprecher dieses Forums, Ludger Volmer, wurde zum Vorstandssprecher der Grünen Partei gewählt; auch die andere Sprecherin, Christine Weiske aus dem Osten, zählt zum linken Flügel der Partei.

Das ist die Logik des Sektenlebens: Dem wahren Linken sind andere Linke nie links genug.

Von wenigen Hochburgen der Parteilinken abgesehen, wird diese kleine Abspaltung für die Grüne Partei folgenlos bleiben. Dem Linksschwenk Jutta Ditfurths werden keine nennenswerten Wählergruppen folgen. Das Ende der schrillen „Fundi-Realo“-Kontroverse dürfte die Partei eher stabilisieren.

Und aus der in Frankfurt beschlossenen Neugründung wird wohl doch nur ein Lesezirkel für Jutta Ditfurths Bücher. Schon in Frankfurt hatte nur eine das Sagen.

Ko.