Deutsche Aktienfonds verpaßten den Start der Börsenhausse 1991

Von Roland Eller

Nach Ansicht des Bundesverbandes der Investmentfondsgesellschaften verhalten sich die Sparer völlig falsch: Wenn die Zinsen niedrig und die Chancen auf Kursgewinne gering seien, bevorzugten die Anleger Rentenfonds, während sie in gewinnträchtigen Hochzinsphasen gerade diese Fonds vernachlässigten.

Dies macht sich insbesondere bei den international ausgerichteten Rentenfonds (RI) bemerkbar, die in den achtziger Jahren zu den Lieblingen der Investmentsparer zählten. Allein im ersten Quartal 1989 hatten sie noch über acht Milliarden Mark in diesem Fondstyp angelegt. Doch jetzt, wo die Zinsen weltweit sinken und die Fonds satte Kursgewinne erwarten, haben die Anleger offenbar keine Lust mehr. Betrug das Mittelaufkommen dieser Fonds im ersten Quartal 1990 immerhin noch 2,4 Milliarden Mark, so ist es in diesem Jahr auf Null zusammengeschmolzen. Statt dessen ist das Interesse an Aktienfonds, die im vergangenen Jahrzehnt kaum gefragt waren, neu entbrannt. Offenbar locken die hohen Renditen, die einige dieser Fonds aufweisen. Doch zeigen die Ergebnisse der jüngsten ZEIT/Südprojekt-Investmentanalyse, daß auch die Manager von Aktienfonds die Börse nicht immer fest im Griff haben.

Investmentfonds mit großem Risikopotential: Einen schlechten Start in das Jahr 1991 erwischten die Fonds, die das ihnen anvertraute Kapital vor allem in deutschen Aktien anlegen (AD). Durch die Bank bleiben sie mit ihren Ergebnissen im ersten Quartal hinter dem durchschnittlichen Wachstum des Aktienmarktes zurück. Während der Deutsche Aktienindex (Dax) ein Plus von immerhin 8,9 Prozent verbuchen konnte, erzielte in dieser Zeit der beste deutsche Aktienfonds, der Provesta (Deutsche Bank), einen Wertzuwachs von nur 7,4 Prozent.

Besonders enttäuschten zwei Fonds, die sonst immer in der Spitzengruppe zu finden sind: SMH-Spezial-Fonds I und DIT-Spezial. Beide Fonds, die insbesondere in kleinere Nebenwerte investieren, bleiben weit hinter den Fonds zurück, die in marktbreiten Standardaktien anlegen. Hier widerspiegelt sich das Geschehen an der deutschen Börse zu Beginn des Jahres: Vor allem die großen Standardwerte profitierten von der Golfkrise, den fallenden Zinsen und der starken Nachfrage inländischer Investoren.

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