Ein Unfall im Ausland kann deutsche Autofahrer teuer zu stehen kommen, auch wenn sie schuldlos sind. Der HUK-Verband der Autoversicherer weist darauf hin, daß in einigen europäischen Ländern die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdeckungssummen der Versicherten viel zu niedrig angesetzt sind, um alle entstehenden Kosten auffangen zu können. In Griechenland etwa beträgt die Versicherungssumme lediglich 141 000 Mark, bei Sachschäden 28 000 Mark. Übersteigt der Schaden diese Summe, muß der Schädiger verklagt werden, was meist wenig Erfolg bringt.

Grundsätzlich gilt das Gesetz des Gastlandes: So muß der Geschädigte oft auch dann seine Anwaltskosten übernehmen, wenn er den Prozeß gewinnt. Außergerichtliche Gutachter- und Anwaltskosten werden nur selten erstattet, der Nutzungsausfall des Fahrzeuges fast nie. Vorsicht ist auch bei den Reparaturkosten geboten. Bei Unfällen in Spanien und Griechenland werden die Kosten nur nach landesüblichen Preisen erstattet, Rechnungen deutscher Werkstätten entsprechend gekürzt.

Der HUK-Verband rät daher, sich durch eine Vollkasko-Versicherung zusätzlich zu schützen, da diese Schäden am eigenen Auto in jedem Fall ersetzt. Außerdem empfiehlt der Verband, die Grüne Versicherungskarte auch in europäische Länder mitzunehmen, in denen sie nicht ausdrücklich verlangt wird. Sie bescheinigt den Versicherungsschutz und nennt Adressen in dem jeweiligen Land, wo der Geschädigte Hilfe findet.