Zwischen Hirn und Hintern

Frühling! Zeit für jenes rauschhafte Fahrvergnügen, das Männer zu Tausenden auf die Suzukis, BMWs und Harleys treibt. Während die Kliniken sich für das Pfingstwochenende, das sonnige, rüsten und Beatmungsgeräte für die zu erwartenden Schädeltraumata bereitstellen? Aber nicht doch, das läßt sich locker vermeiden, wie der Süddeutschen Zeitung, Beilage „Das Motorrad“, zu entnehmen ist. Ein Kopf-Training beugt vor, rät Professor Hans Eberspächer, „Sportpsychologe und begeisterter Motorradfahrer“, selbstredend. Wie sieht das praktisch aus, Herr Professor? „Immer mit entspannter Unterlippe und damit entspanntem Gesicht fahren; Zähne nicht aufeinanderbeißen; Arme und Schultern locker lassen; die Hände halten den Lenker nicht fest, sie liegen nur locker auf.“ Nun langsam beschleunigen und die erste Kurve ins Auge genommen... Da läßt sich gleich die Wahrnehmungstrennung nach Eberspächer trainieren: „Die Kontrolle über das Motorrad wird an die Sitzfläche ‚delegiert‘, man fährt mit dem Hintern... Die Rückkopplung zwischen Hintern und Hirn, also zwischen Störeinfluß und Handeln, ist irgendwann gewissermaßen programmiert.“ Unterlippe hängen lassen, Zähne locker, Hirn und Hintern voll ausgetauscht – womm, das wird ’ne geile season, ey.

Stammtischzeit

In einer Serie enthüllt die Welt am Sonntag, was alle guten Deutschen längst wissen: Asylbewerber und andere Ausländer treiben bei uns Müßiggang auf Kosten braver Steuerzahler oder nehmen deutschen Verbrechern die Arbeit weg. So entdeckte das Blatt Afrikaner in 1.-Klasse-Abteilen Hamburger S-Bahn-Züge – während doch gleichzeitig deutsche Menschen 2. Klasse in den Feierabend fahren mußten. Der Gipfel: Die Schwarzen besaßen Monatskarten, die man ihnen offenbar ohne Ansehen der Hautfarbe verkauft hatte. „Wo finden die so etwas in ihrem Heimatland?“ seufzte ein Kontrolleur in der WamS. Daß Ausländer „klauen wie die Raben“, verrät ein anonymer Warenhausdetektiv, dem ein marokkanischer Ladendieb, klar, „elegant wie eine Gazelle“ entwischt war. Und auf dem Frankfurter Drogenmarkt dürften Deutsche nur mehr mit weggeworfenen Einwegspritzen handeln, sagt ein Polizeihauptmeister. Der WamS-Reporter bestätigt es: Türken und Ghanaer als Händler – aber ein blondes (!) deutsches Mädchen als ihr heroinsüchtiges Opfer. In der Jugendbanden-Szene seien Deutsche unter Ausländern „eine Rarität“ geworden, entsetzt sich ein zweiter Polizist. Mehr davon gibt’s am Sonntag: Da ist wieder WamS-Stammtischzeit.