Die Entwicklungsländer, so Bundeswirtschaftsminister Jürgen Möllemann, konnten „an der kräftigen Expansion des Welthandels und der Weltwirtschaft in den letzten Jahren erfreulich gut partizipieren“. Sie hätten ihre Exporte 1990 um sechs Prozent gesteigert und dafür sogar dreizehn Prozent mehr Devisen bekommen.

Die marktwirtschaftliche Öffnung Osteuropas aber trifft die Dritte Welt hart. Das amerikanische Institute for International Economics (ICE) untersuchte, welche Folgen die osteuropäische Reformpolitik hat. Danach sind die armen Länder die Verlierer.

Die Industriestaaten investierten nämlich verstärkt in den früheren Ostblock – jährlich bis zu neunzig Milliarden Dollar. In die Entwicklungsländer dagegen würden, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, pro Jahr zwischen 0,8 und 2,3 Prozent weniger Investitionen fließen. Zudem müßte die EG den ehemaligen RGW-Staaten durch die Öffnung ihrer Märkte entgegenkommen. Das bedeutet, so die Forscher, daß die Dritte Welt in Europa Marktanteile verlieren wird. rz