Der Weiße Hai soll in Südafrika unter Schutz gestellt werden. Umweltminister Louis Pienaar hält dies für nötig, da Trophäenjäger zunehmend dem großen Raubfisch nachstellen, dessen Fang vielen Hochseeanglern als Krönung ihrer Karriere gilt. Hai-Kiefer werden mit mehr als 5000 Mark gehandelt. An den Küsten Kaliforniens, Südaustraliens und Südafrikas sichten Taucher ihn immer seltener. Über sein Leben auf hoher See, wo er sich den größten Teil des Jahres aufhält, ist noch wenig bekannt. Doch die zu Unrecht als „Killer“ verschrieenen eleganten Knorpelfische lassen sich viel schneller dezimieren als die meisten anderen Fischarten. Denn Weißhaiweibchen bringen als lebendgebärende Fische pro Jahr nur fünf bis zehn Junge zur Welt, während die meisten Knochenfische in jeder Laichsaison für Tausende von Nachkommen sorgen.

In Südafrika sollen künftig sowohl Fang als auch Verkauf Weißer Haie strafbar sein. Badestrände werden durch Netze geschützt, in die pro Jahr bis zu fünfzig Jungtiere geraten dürfen. Die weitere Entwicklung der Population verfolgt das Hai-Forschungszentrum am Südafrikanischen Museum. Bisher werden Haie in keinem anderen Land geschützt.

Selbst für die in der Nordsee heimischen Dornhaie, die als „Schillerlocken“ in Fischgeschäfte kommen, gibt es keine Fangquoten. Seine hiesigen Bestände sind – so Matthias Stehmann von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei – hoffnungslos überfischt. Da auch der Dornhai lebendgebärend ist, wäre eine schnelle Bestandserholung, wie etwa beim Hering selbst dann nicht zu erwarten, wenn der Fang total eingestellt würde. JMB