Wissenschaftliche Forschung und deren Umsetzung im Alltag sind auch im Tourismus häufig zweierlei. Um das zu ändern, wurde in Kiel ein Forschungsinstitut gegründet, das Theorie und Praxis einander näher bringen soll.

Das „Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa GmbH“ (NIT) beginnt Anfang Juli mit der Arbeit. Geleitet wird es von Martin Lohmann, der bislang dem Forschungsreferat des Studienkreises für Tourismus in Starnberg vorstand.

Als Hauptaufgabe betrachtet es der Psychologe, die Forschung zu den Bereichen Tourismus, Kur und Erholung zu koordinieren und die Ergebnisse dann in der Praxis anzuwenden. Soziologen, Psychologen, Ökonomen oder Raumplaner befassen sich mit Problemen des Fremdenverkehrs. „Doch“, so Lohmann, „es fehlt die Koordination.“

Verschiedene touristische Organisationen und die Handelskammern Schleswig-Holsteins tragen aus ihren Mitteln einen Teil der Kosten für das NIT. Später soll sich das Institut aus Aufträgen von Kommunen, Verbänden, Hotelgesellschaften oder Reiseveranstaltern finanzieren. Die Anlaufphase fördert die Kieler Landesregierung durch einen Forschungsauftrag über die Struktur des touristischen Angebots in Schleswig-Holstein.

Die Arbeit des NIT wird sich zunächst auf das nördlichste Bundesland und dessen Umgebung beschränken. Nach erfolgreichem Start, und dann mit mehr Personal, sollen in Verbindung mit Instituten in Skandinavien und Großbritannien „di: Probleme des Tourismus in Nordeuropa“ zum Forschungsobjekt werden. lop