Schuldenmachen bleibt eine teure Angelegenheit, niedrigere Zinsen sind nicht in Sicht. Zwar hatten nachgebende Renditen am Anleihemarkt und Zinssenkungen in vielen europäischen Nachbarländern die Hoffnung genährt, auch in Deutschland könnten die Zinsen nachhaltig fallen. Doch die meisten Banken rechnen nach wie vor damit, daß die Zinsen über Monate hinweg auf ihrem jetzigen Niveau verharren werden.

Nach den Ergebnissen der ZEIT/Südprojekt-Prognose soll die Durchschnittsrendite für öffentliche Anleihen auch Ende November noch bei etwa 8,5 Prozent liegen. Die Gefahr steigender Preise im zweiten Halbjahr, so die Begründung, lasse der Bundesbank keinen Spielraum für eine geldpolitische Lockerung. Erst wenn sich die Konjunktur in Westdeutschland deutlich abkühle, sei mit einer Entspannung am Zinsmarkt zu rechnen.

Bis dahin schließen einige Kreditinstitute, etwa die Commerzbank, auch Zinssteigerungen nicht aus. Sie raten ihren Kunden deshalb, mit dem Kauf von langlaufenden Anleihen noch zu warten.

Niedrigere Zinsen wären nach Ansicht von Experten auch die Voraussetzung für einen stabilen Kursanstieg am Aktienmarkt. Eine Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends erscheint vielen deshalb als unwahrscheinlich. Gerechnet wird indes mit einer „Seitwärtsbewegung“, wobei es freilich zu Schwankungen kommen könne. Auch die Wall Street sei noch nicht reif für eine Hausse. Lediglich für die Börse von Tokio sind die meisten Banken optimistisch gestimmt. Allerdings empfehlen nur wenige gezielt den Kauf japanischer Aktien, da diese bereits heute gefährlich hoch bewertet sind. per