Nach einer Riesenpleite fühlen sich Kleinanleger von der BHF-Bank getäuscht

Von Rudolf Gerhardt

Es ist schlimm für die privaten Anleger, aber auch für den ganzen Kapitalmarkt, daß jetzt über diesen Scherbenhaufen entschieden werden muß“, klagt Peter Staab von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz in Düsseldorf. Gemeint damit ist die Gläubigerversammlung der Bond Finance Ltd. am 31. Mai in Frankfurt. Es geht dabei um die Abwicklung der größten Pleite, die Kleinanleger am Markt für DM-Anleihen hierzulande erlebt haben.

Einem großen Teil von Zeichnern der Bond-Anleihe wird dort ein Vergleich vorgeschlagen werden, der den Verzicht auf rund achtzig Prozent ihrer Forderungen enthält und sie in Höhe der restlichen zwanzig Prozent mit Vorzugsaktien der Bond Corporation abfindet – rückzahlbar, wenn überhaupt, in australischen Dollar.

Dabei hatte alles so hoffnungsvoll begonnen. Als 1988 die Einführung einer Quellensteuer diskutiert wurde, trat die australische Bond-Gruppe (Brauereien, Medien, Energie, Mineralien) mit zwei Anleihen von insgesamt 325 Millionen Mark am Kapitalmarkt auf, die mit 6,25 und 6,5 Prozent verzinst werden sollten. Als DM-Auslandsanleihen waren sie quellensteuerfrei.

Peinliche Fragen

Wem diese Gesellschaft zuwenig bekannt war, der konnte sich beruhigt fühlen, wenn sein Blick auf die Namen der Banken fiel, die die Emission der Anleihe übernommen hatten: Konsortialführerin war die renommierte BHF-Bank, unter den übrigen sechzehn Bankhäusern fanden sich viele der „besten Adressen“.