Angie & Carl

Mit den Geschichten aus dem Hochadel ist es so eine Sache. Trotz zahlreicher Verbindungsleute, die diesbezüglich diskret recherchierend für uns durch die Lande reisen, haben wir davon immer noch ärgerlich wenig im Blatt. Nehmen wir nur die Hochzeit von Hohenzollern-Sproß Prinz Carl-Alexander, zwanzig Jahre alt, mit Angie Stölzle, fünfzig Jahre alt, vor rund zwei Monaten. Nichts, nicht eine Zeile.

Nun, heute ist es anders: Angie und Carl-Alexander auch bei uns. Wie wir der Münchner Abendzeitung entnehmen, hat die junge Ehe eine Entwicklung genommen, die als dramatisch bezeichnet werden muß. Mit einer gewissen Hülja Ejder, 23 Jahre alt, einem türkischen Photomodell, dessen Carl-Alexander bei einem Aufenthalt in Nizza ansichtig wurde, hat sich der kleine Prinz davongemacht. Mit ihr, so die Abendzeitung, sei er „in Stuttgart untergetaucht“. Es scheint ihm durchaus ernst zu sein. „Die Alte sieht mich nie mehr wieder“, soll er noch gesagt haben.

Aber ist damit wirklich alles aus? Darf Angie („Seine Jugend zieht mich an“) nicht doch noch hoffen? Wir jedenfalls recherchieren weiter und trösten uns einstweilen mit den Gedanken an einen anderen kleinen Prinzen. Nach einer munteren Zeit auf der Erde war er schließlich auch wieder dahin zurückgekehrt, woher er gekommen war. Angie, man muß nur fest daran glauben.

Neues von der Bahn

Wie wir den Umfragen glauben dürfen, wird gerade die Ferienzeit gern zur Lektüre genutzt. Insofern sind wir nicht unglücklich, an dieser Stelle auch einmal einen kleinen Lesetip weiterreichen zu können. Das Buch, um das es geht, heißt „Eisenbahnunfälle in Europa – Tatsachen, Berichte, Protokolle“, es wird in diesen Tagen vom Ostberliner transpress-Verlag herausgebracht. Trotz des Titels, der ein wenig lakonisch anmutet, verspricht das Buch doch einiges, selbst für jene, die eigentlich schon alles gelesen haben. Wie wir einer Verlagsmitteilung entnehmen, erinnert das Werk „an 231 Eisenbahnunfälle, die sich zwischen 1839 in Vranovice und 1986 in Glauchau beziehungsweise von A (wie Altenbeken) bis Z (Zentoch) in Europa ereigneten“. Unternommen werde ein Streifzug durch Gerichts- und Untersuchungsprotokolle sowie zahlreiche Zeitungsinformationen, „spannend und kriminalistisch geschrieben“. Autor des Werkes (circa 168 Seiten, circa 155 Abbildungen, circa 36 Mark) ist Erich Preuß, 1940 in Zittau geboren, Diplom-Jurist und Redakteur der Eisenbahnerzeitung Fahrt frei. Bei transpress erschien bereits sein Buch „Die Spreewaldbahn“.