Drei Tage bewegten die Ereignisse in Moskau die Börsen der Welt. Doch nachdem der Putsch kläglich gescheitert ist, konzentriert sich das Interesse der Anleger und Investoren wieder auf die Lage in den eigenen Ländern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wann die Konjunkturschwäche in den Vereinigten Staaten überwunden werden kann. Der für den Sommer vorausgesagte Beginn des Aufschwungs ist bisher ausgeblieben. Das Risiko, daß es in Amerika im Herbst zu einem weiteren wirtschaftlichen Rückschlag kommt, sei "derzeit größer als die Chance für eine zügige Belebung", schreibt die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank. Auch in Westeuropa verbessern sich die Rahmenbedingungen für die Konjunktur bestenfalls zögerlich.

Dieses eher graue Umfeld beeinträchtigt die deutsche Exportindustrie. Viele Banken halten eine deutliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums in der Bundesrepublik bis zum Jahresende für möglich. Diese skeptische Grundhaltung der Experten drückt sich auch in den Prognosen für die Zins- und Devisenmärkte aus (siehe Tabelle). Zwar wollen einige der Experten stärkere Kursausschläge nicht ausschließen. Doch im Durchschnitt wird für das kommende Halbjahr mit einer Fortdauer der Hochzinsphase und mit einem wenig veränderten Dollarkurs gerechnet. Und den Aktien wird lediglich in Japan ein nennenswertes Potential zugetraut. In Deutschland indes erwarten viele vorerst eine Schaukelbörse. Sollten die Kurse bis in den Bereich von 1700 Dax-Punkten vorstoßen, seien deshalb Gewinnmitnahmen angebracht, rät die Landesbank Rheinland-Pfalz. per