Nachdem die von der WestLB angesprochene Preussag ihr Desinteresse an einer Übernahme der Rest-Feno bekundet hatte, präsentierte die Bank in diesem Frühjahr die Düsseldorfer Rheinmetall-Gruppe als heißen Kaufinteressenten. Wiederum im Schulterschluß mit IG Chemie und Betriebsräten lehnte Blaschke jedoch den ins Spiel gebrachten Kandidaten ab. Begründung: Mit Rheinmetall würde wieder ein von einer Familie (dem Röchling-Clan) kontrollierter Konzern einziehen, der obendrein kleiner als Feno sei.

Insgeheim hatte der Feno-Chef selber eine Adresse im Visier, bei der er sein Haus besser aufgehoben fühlte: Die Metallgesellschaft AG. Das Frankfurter Traditionsunternehmen, das sich als Werkstoff-Konzern mit starken Aktivitäten in der Autozuliefer-Industrie versteht und mit Macht in die Chemie drängt, würde für Dynamit Nobel und Buderus ein zukunftsträchtiger Partner darstellen. Der Deutschen Bank, die im Auftrag der Stora ebenfalls nach einem Interessenten suchte, signalisierte er über vertraute Kanäle, wen er und seine Kollegen am liebsten hätten. Nach einem heißen Bietgefecht zwischen Rheinmetall und Metallgesellschaft erhielt Blaschkes Favorit Mitte Juni von den Schweden den Zuschlag.

Doch bitter für den siegreichen Taktiker: Statt auf den durch eine Anfechtungsklage von Aktionären leicht zu blockierenden Weg der Realteilung verständigten sich Käufer und Verkäufer auf den teureren, aber sicheren Weg. Danach wird Feno Dynamit Nobel, Buderus und die Sparte Technische Produkte der Feldmühle AG auf eine neue Gesellschaft (möglicher Name: Buderus-Nobel) übertragen, die dann zum Jahresende an die Metallgesellschaft verkauft werden soll.

Ob der trickreiche Feno-Chef seinen skelettierten Konzern auch unter dem vierten Großaktionär gegen mögliche weitergehende Teilungspläne verteidigen wird? Das ist eher unwahrscheinlich. Bei einem Treffen zwischen den zehn Arbeitnehmervertretern seines Aufsichtsrates und dem Vorstandsvorsitzenden der Metallgesellschaft, Heinz Schimmelbusch, im Düsseldorfer "Interconti" ließ Blaschke kürzlich erstmalig Rückzugsgedanken erkennen: "Irgendwann einmal muß man auch an sich selber denken."