Wachstumssteuerung durch Strom scheint eine erhebliche Rolle in der Entwicklung von Lebewesen zu spielen. Bisher gingen die Biologen davon aus, daß das Zusammenspiel Hunderter verschiedener Gene bei der Embryonalentwicklung ausschließlich von Botenstoffen wie Hormonen und Wachstumsfaktoren orchestriert werde. Nun glauben zwei US Forschungsgruppen, ein weiteres dirigierendes Element in der Gen Symphonie entdeckt zu haben: elektrische Ströme von Nervenzellen (Sdence, Bd. 25391, S. 851). Nach ihrer Beobachtung können solche Ströme Gene an- oder abschalten. So stellten sie fest, daß embryonale Rückenmarkszellen ein Gen elektrisch anschalten können, das dann ein Eiweiß produziert, mit dessen Hilfe bestimmte Nervenzellen überleben. Das Gen blieb jedoch inaktiv, wenn die elektrischen Ströme unterbunden wurden. In einem früheren Versuch war es gelungen, zwei Muskelgene bei Rattenembryonen durch einen Stromimpuls abzuschalten. Wie die Wechselwirkung zwischen Elektrizität und Erbgut genau funktionieren soll, ist noch rätselhaft.

Umwelt zu entlasten. Wie es Ende August auf dem nordamerikanischen Chemiekongreß in New York hieß, wurden Graphitkolben von Daimler Benz bereits (in einem Mercedes 190 E) über mehr als 20 000 Kilometer getestet. Im Stadtverkehr fielen zwanzig Prozent weniger Kohlenwasserstoffe, dreißig Prozent weniger Kohlenmonoxid und drei Prozent weniger Stickoxide an. Der Benzinverbrauch sank um drei Prozent, der Ölverbrauch sogar fast um die Hälfte. Verglichen mit einem Kolben aus Aluminium sei jener aus Graphit um ein Fünftel leichter. Kolbenfresser sind mit Graphit, das als Pulver eine schmierende Wirkung hat, nahezu ausgeschlossen. Der Pferdefuß: Das Material ist sehr teuer und noch zu wenig belastbar. Verbesserungen erhofft man sich von einem anderen Herstellungsverfahren für die Kolben.

Zeitschrift Naturwissenschaften in ihrer Augustnummer. Für das Organ der Max Planck Gesellschaft haben zwei Biologen von der University of Illinois und der University of California das Reproduktionsverhalten von Malayischen Baumfröschen der Art Polypedates leucomystax studiert. Dabei beobachteten sie ein Weibchen, das in den Zweigen eines Baumes in luftiger Höhe laichte und gleich drei Männchen auf ihrem Rücken trug. Mehr als drei Stunden verfolgten die Wissenschaftler das Geschehen, dann, um ein Uhr nachts, erlahmte ihr Forscherdrang. Da sich in dem stillen Quartett nichts mehr veränderte, vermuten sie, daß alle drei Männchen Eier befruchten konnten. Unbekannt ist, ob es sich um einen seltenen Einzelfall handelte, oder ob Gruppensex bei diesen Baumfröschen häufiger vorkommt. Ergo schreiben die Forscher: "Clearly, fttrther studies