Wissen

Unter falschem Etikett

Bei Erkältung gabs einen Wollschal um den Hals, und bei grippalen Infekten eine Schwitzkur mit heißem Fliederbeersaft. Das war schon das Instrumentarium kluger Mütter, um alltägliche Erkrankungen zu heilen.

Erforscht und erfunden

Wachstumssteuerung durch Strom scheint eine erhebliche Rolle in der Entwicklung von Lebewesen zu spielen.

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DIE ZEIT

Die letzte Chance?

An der Europäischen Gemeinschaft liegt es nicht, wenn in Jugoslawien weiter Blut fließt. Wer das Geleitzugstempo der Zwölf kennt, kann sich nur wundern über den Elan, mit dem sie sich um eine friedliche Lösung bemühen.

Doppelspiel

Den politischen und publizistischen Verfolgern des ehemaligen DDR-Staatssekretärs Alexander Schalck-Golodkowski rinnt ersichtlich Schweiß über die Stirn.

Lähmung in Paris

Mitte September reist Frankreichs Staatspräsident François Mitterrand auf Einladung Richard von Weizsäckers in die neuen Bundesländer.

Klarheit

Kritische Situationen haben häufig ihr Gutes: Die CDU, das hofft auch ihr Vorsitzender, der Bundeskanzler, könnte von dem Krach zwischen Volker Rühe und Lothar de Maiziere am Ende profitieren.

Nach der Flucht die Abschiebung?: Gast ohne Freunde

Erich Honeckers letzter Beistand ist auch nicht mehr so verläßlich, wie er einmal war. Die Sowjetunion habe sich "immer wieder als ein guter Freund der progressiven Menschen in der Welt bewährt", sagte er in diesem Sommer in Moskau zur Begründung dafür, daß ihm dort politisches Asyl gewährt worden sei.

Zeitspiegel

Die Stadt Riga hält an Lenin fest. Gerade erst mit Stahlschlinge und Kranwagen vom Podest gehoben, das Fundament in tagelanger Arbeit mit Preßlufthammer und Abrißbirne zertrümmert, den Untergrund mit Muttererde und Rasensamen bedeckt, soll das bronzene Monumentaldenkmal nun wiedererstehen – in einem neuen Lenin-Park, vereint mit den restlichen dreißig in Lettland geschleiften Leidensgenossen.

Der Finger am atomaren Drücker

Um die Jahreswende 1989/90 rückten muslemische Aufständische in Aserbeidschan auf ein Atomwaffendepot der sowjetischen Streitkräfte südlich von Baku vor.

Die Vielfalt wird zur Gefahr

Verfällt die Sowjetunion in Anarchie und Stammesfehden? Bisher hat die Autokratie – erst die der Zaren, dann jene der Kommunisten – das Vielvölkerreich zusammengehalten.

Nach der Unabhängigkeit: Russen unerwünscht

Der Jude Mawrik Wulfsons aus Riga zählt neuerdings zu den bekanntesten Menschen in Lettland, obgleich er weder Regierungsmitglied noch Leichtathletik-Weltmeister ist.

Der Preis für die Mehrheit

Die Stimmung ist schon länger schlecht in der christlich-demokratischen Union. Unzufriedenheit und Unruhe in der Partei des Bundeskanzlers waren im Frühjahr, nach der Serie von Niederlagen im Westen, der Grund für Helmut Kohl gewesen, einen "Kleinen Parteitag" nach Weimar einzuberufen.

KOLUMNE: Den Blick nach vorne richten

Unlängst hatte ich Gelegenheit, den Fernsehfilm einer israelischen Autorin über den Widerstand gegen Hitler in Deutschland zu sehen.

Weltbühne: Babylon in Amerika?

Vom Schmelztiegel reden längst nur noch wenige. Aber ob Amerika ein "prächtiges Mosaik" ist, dessen Gesamtbild größeren Glanz besitzt als die Vielfalt seiner Teile, wie New Yorks Bürgermeister Dinkins hofft; oder ob Amerika, wie der Historiker Arthur Schlesinger befürchtet, von der Integration in den ethnischen Separatismus abdriftet – darüber hat eine grundsätzliche Diskussion eben erst begonnen.

Nachlese: John Major in Peking: Prompt und schroff

Den ersten beißen die Hunde. John Major, der britische Premier, besuchte die chinesischen Machthaber. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking sprach aus, was eine Welt, die das Gemetzel auf dem Tiananmen-Platz nicht vergessen hat, sich zumindest fragte: Die Visite des Briten sei bereits "der letzte Schritt" zur Wiederherstellung normaler Beziehungen.

Bonner Bühne: Ein schöner Lehrsatz

Der Sündenbock heißt: Öffentlichkeit. Angesichts der Art und Weise, wie die Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft in Bonn "unter anderem auch in der Öffentlichkeit und in den Medien" behandelt worden sei, lasse sich nicht erwarten, daß sich nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung geeignetere Bewerber finden würden, wenn noch einmal eine Neuausschreibung stattfinden würde.

Nachruf: Christian Lochte: Liberaler Geheimdienstler

Wenn Christian Lochte gewußt hätte, daß er an einem strahlenden Sommernachmittag sterben muß, mit 55 Jahren, er hätte wohl so sterben wollen, wie es ihm am Dienstag dieser Woche widerfahren ist: bei einem sportlichen Wettkampf, mit dem Tennisschläger in der Hand.

Versichern und vergessen

Eine Pflegeversicherung verlagert die Kosten. Verbessert sie auch das Los alter Menschen?

Das Modell Holland

Bundesarbeitsminister Norbert Blüm war Ende April in Den Haag, um sich die niederländische Pflegeversicherung erklären zu lassen.

Hierarchisches Denkmuster

"Wer vier Semester Junge Union nachweisen und die Bild- Zeitung fließend lesen kann, ist jederzeit berechtigt, mit dreister Anmaßung Kameraleute und mit naßforscher Ahnungslosigkeit Cutterinnen zu quälen.

Thüringen/Baden Württemberg: Wie sag ich’s meinem Schwaben?

Für die enge emotionale Bindung zu seinem "Häusle" muß der Schwabe vom Rest der Welt viel Spott ertragen. Kaum macht er nördlich des Neckars seinen Mund auf, schallt ihm ein höhnisches "Schaffe, schaffe, Häusle baue, und nicht nach den Mädle schaue" entgegen – ein Spruch, der nur vordergründig Respekt vor der hohen Eigenheimquote in Baden-Württemberg bezeugt.

Teure Eitelkeiten

Nach monatelangem Hin und Her haben die Ministerpräsidenten der sechzehn Bundesländer nun den Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland unterzeichnet.

Waigels riskanter Spagat

Der Finanzminister kann die geplante Senkung der Unternehmensteuer nicht vernünftig begründen: Seine Reform ist unsozial und reißt ein zusätzliches Loch in die Staatskasse

Kernenergie: Blamabel

Aus einer kleinen Pilot-Atomfabrik mitten in einem gilt gesicherten deutschen Kernforschungszentrum, nämlich der seit Dezember stillgelegten Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe, sind drei Atombrennstäbe mit 4,2 Kilogramm unbestrahltem Uran spurlos verschwunden.

Pflegepersonal: Schäbig

Vielleicht sollte man einen Oscar vergeben: Wer behandelt Ossis am schäbigsten? Ganz sicher würde Heide Simonis (SPD), Finanzministerin in Schleswig-Holstein, nominiert – stellvertretend für die Mehrheit ihrer Kollegen in den anderen Bundesländern.

Bonner Kulisse

Ein Schelm, wer dabei an ein Gegengeschäft denkt: Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls, seit 1987 im Bundesverteidigungsministerium und dort für die Rüstung zuständig, wird bald aus dem Staatsdienst ausscheiden und in die freie Wirtschaft wechseln.

Bundespost: Konsequent

Selbst im gut ausgebauten Sozialstaat Bundesrepublik ist bekanntlich kein Bäcker dazu verpflichtet, seine Brötchen an sozial schwache Bürger billiger zu verkaufen.

Viele Gründe für ein Tempolimit

Töpfer: Ich glaube, daß wir auch auf den Teilen der Autobahn, auf denen heute noch freie Fahrt gewährt wird, zu einer weiter reichenden Geschwindigkeitsregelung und -begrenzung kommen müssen.

Rudolf Engen: Kundendienst

Immer wenn die Diskussion in der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (Emma) um Absatzwege und Kundendienst kreist, zeigt der ältere Kollege M.

Bauindustrie: Boom mit Hindernissen

Baumanager Stephan Schüttauf sieht einen Silberstreifen am Horizont: Der Auftragsbestand sei noch nicht so stabil, habe allerdings eine Tendenz zur Besserung.

Benzinpreise: Verlockung am anderen Ufer

Feinfühlig war die Einladung nicht gerade: Die DEA Mineralöl AG beehrte sich, ihren Trierer Tankstellenpartner Peter Jan Schlüschen zu einem Festakt auf die luxemburgische Seite der Mosel zu bitten.

Not macht einig

Die Republiken sind jetzt souverän, sehen sich aber zu einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik gezwungen

Zwischen Tweed und Nadelstreifen

Eigentlich müßte Sir Robin Leigh-Pemberton, Gouverneur der Bank von England, tief beunruhigt sein. Denn seit einem Monat leitet Lordrichter Bingham eine Untersuchung, die seine Karriere abrupt beenden könnte.

Mark-Report: Im Bann der Gerüchte

Der Minicrash vom 19. August hat wesentlich zur Bereinigung des deutschen Aktienmarktes beigetragen. Das aus Angstverkäufen stammende Material ist – wie die Börsianer sich ausdrücken – weitgehend in "gute Hände", also bei potenten institutionellen Anlegern gelangt, die in der Lage sind, ihre Bestände auch längere Zeit zu halten.

ZEIT/Südprojekt-Prognose: Auf der Börsenschaukel

Drei Tage bewegten die Ereignisse in Moskau die Börsen der Welt. Doch nachdem der Putsch kläglich gescheitert ist, konzentriert sich das Interesse der Anleger und Investoren wieder auf die Lage in den eigenen Ländern.

Manager und Märkte

RTLplus: Krach zwischen Gesellschaftern Jenoptik: Hoffnung für Gera Mannesmann: Wachstum mit Stoßdämpfern

Schärfere Kontrolle

Der Skandal um die Bank of Credit and Commerce (BCCI), die Milliardenbeträge verschwinden ließ und in den Drogen- und Waffenhandel verstrickt war, hat den Ruf nach einer effizienteren Kontrolle international tätiger Institute verstärkt.

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